Tilo: Scheinheilig

Nach dem Urlaub ist in diesem Jahr wie vor dem Urlaub: Der kleine, dicke, aber leider auch sehr gefährliche „Vollpfosten“ aus Nordkorea schießt wieder mit Raketen, der andere dicke und bedauerlicherweise ebenfalls nicht ungefährliche „Vorturner“ aus Washington schmeißt nach wie vor reihenweise Leute raus und Alexander Gauland, der Spitzenkandidat der AfD bei der Bundestagswahl, haut immer noch widerwärtige Sprüche raus.
Apropos Gauland. Der Wahlkampf der AfD wird – dem Vernehmen nach – im Internet von einer amerikanischen Firma gemanagt, die gute Kontakte zum US-Präsidenten und ins rechte Lager hat. Da hat sich wohl Gauland gedacht, mit Sprüchen à la Trump könne er der neue „Donald von Deutschland“ werden.
Diesmal hat Gauland öffentlich verkündet, er würde die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Özuguz, am liebsten in Anatolien entsorgen. Das ist Rassismus pur. Nur eine Bemerkung: die Frau stammt aus Hamburg, wo sie auch Abitur gemacht hat, sie ist seit 2009 Mitglied des Bundestages und wurde 2013 von den Wählern ihres Bezirks sogar direkt gewählt.
Martin Schulz, der Kanzlerkandidat der SPD, sieht die AfD inzwischen als eine „im Kern rechtsextreme Partei“ an. In der Tat, der Gauland-Truppe fällt es immer wieder äußerst schwer, sich von Rechtsradikalen und Verfassungsfeinden zu distanzieren.
In Hagen ist der örtliche Ableger meist eher geräuschlos unterwegs – auch im Rat der Stadt fällt der kleine „Alternative-Haufen“ normalerweise kaum auf. Immerhin hat die Fraktion jetzt tatsächlich mal wieder einen Antrag gestellt – sie möchte am morgigen Donnerstag die städtische Unterstützung des Kulturzentrums Pelmke auf den Prüfstand stellen. Klar, die „Pelmke“ ist seit über 30 Jahren ein eher linker Treffpunkt, auch eine radikal anti-rechte Gruppe (Antifa) ist hier von Anfang an daheim. Jetzt nimmt die AfD die G20-Vorkommnisse Anfang Juli in Hamburg zum Anlass, um „sämtliche Förderleistungen der Stadt Hagen einstweilen einzustellen“. Sprich: die Rechten möchten der linken Pelmke den Geldhahn zudrehen.
Tilo ist gespannt, was die anderen Ratsparteien am Donnerstag mit diesem durchsichtigen „Wahlkampf-Antrag“ machen.
Tilo