Topp-Tipp

SonnTalk – Von Claudia Eckhoff

Ob der Mensch nach seinem Eintritt ins Rentenalter zum
Dauer-Kreuzschifffahrer wird oder bedauerlicher Weise nähere Bekanntschaft mit
einem gewissen Schmalhans Küchenmeister machen muss, hängt von der Höhe der
Rentenansprüche ab.

Aber auch der Ort, an dem die Rente verlebt werden soll, spielt eine
Riesen-Rolle. Tausend Euro sind keineswegs überall tausend Euro, noch nicht
einmal überall in Deutschland, noch nicht einmal überall in Nordrhein-Westfalen.

Mal angenommen, man will für tausend Euro Fleischwurst kaufen, dann gibt
aber ein Kölner Metzger nur für 909 Euro raus, ein Leverkusener immerhin noch
für 994 Euro. Das ist das teuerste Ende der „Was krieg‘ ich für mein Geld“-Skala
in NRW. Am billigeren Ende tummelt sich mit Höxter, Herford, Düren und dem
Hochsauerlandkreis doch tatsächlich der heimische Märkische Kreis! Da sind die
angenommenen tausend Euro glatt 7,07 Prozent mehr wert als im Mittel! Das ist
Platz 293 von insgesamt 402 Kreisen! Huchjuh! Und ganz praktisch gesehen heißt
das, dass alle Rentner in den Märkischen Kreis umziehen sollten. Hier kriegen
sie einfach mehr fürs Geld und sparen auch noch an der Miete. Die Kaufkraft von
tausend Euro liegt hier im grünen Hügelland sagenhafte 167 Euro über der Kraft
der gleichen Scheinchen, wenn man sie in Köln am Rhein verbrät.

Wer aus welchen Gründen auch immer nicht in den Märkischen Kreis umziehen
will, kann stattdessen versuchen, gelegentlich von Luft und Liebe zu leben, wenn
die Kröten nicht reichen. Wie’s geht, kann man dem Nebeltrinker-Käfer abgucken:
Der lebt dort, wo es nichts zu saufen gibt. Wüstenei, Einöde, nur Verdorrtes,
kein Regen. Aber Nebel! Also stellt sich der Käfer auf den Kopf und reckt die
langen Hinterbeine hinauf in den Nebelstrom. Wassertröpfchen kondensieren an ihm
und rinnen an seinem Panzer hinunter direkt in sein Maul. Also, was lernen wir?
Man muss ja nicht immer gleich in einer Kneipe ein Bierchen bestellen, man kann
auch vor einer Brauerei Kopfstand machen.

Schönen Sonntag.