Touristen anlocken mit visionären „Gärten“

Vertragsunterzeichnung IGA
Freuen sich auf die Internationale Gartenbauausstellung 2027 im Ruhrgebiet (v.l.): RVR-­Chefin Karola Geiß-Netthöfel, DBG-Geschäftsführer Jochen Sandner, RVR-Umweltbeigeordnete Nina Frense. (Foto: RVR/Wiciok)

Hagen/Wetter. Hagen und der Ennepe-Ruhr-Kreis mitsamt Wetter und Herdecke gehören bekanntlich zur „Metropole Ruhr“ und sind Mitglieder des Regionalverbandes Ruhr (RVR). Dessen Verbandsversammlung hat in seiner Sitzung am 14. Dezember einstimmig beschlossen, die IGA (Internationale Gartenausstellung) des Jahres 2027 in der Metropole Ruhr zu verwirklichen.

Was sich momentan noch etwas utopisch anhört, könnte beizeiten erhebliche Auswirkungen auf die heimischen Städte und Landschaften haben. Schließlich verfügt unsere Region über „Natur-Perlen“, die es zu nutzen gilt.

Neue Gesellschaft

Im Anschluss an die Sitzung unterzeichneten Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel und Geschäftsführer Jochen Sandner den Durchführungsvertrag zwischen dem RVR und der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG). Auf der Basis des Vertrages bereitet der RVR im nächsten Schritt die Gründung einer Gesellschaft vor. Der Gesellschaftsvertrag soll Ende März 2019 beschlossen werden.

Dazu RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel: „Jetzt sind die Weichen gestellt: Wir richten eine Internationale Gartenausstellung aus, die erstmals in ihrer Geschichte eine ganze Region in den Fokus rückt. Mit der IGA 2027 an Ruhr und Emscher werden wir gemeinsam mit dem Land NRW Investitionen in die Zukunft anstoßen, neue Arbeitsplätze schaffen und unser Image nachhaltig verbessern.“

DBG-Geschäftsführer Jochen Sandner ergänzt: „Die IGA in der Metropole Ruhr ist das geeignete und zeitgemäße Format für eine integrierte Stadt- und Regionalentwicklung. Auf der Agenda stehen der Strukturwandel des Landschaftsraumes, die Vernetzung der Kommunen und die Aufwertung der Städte durch Grün. Hier schaffen wir ein Gemeinschaftsereignis für die Menschen, mit dem sie sich identifizieren können. Gleichzeitig wird der neue Ansatz der Gartenausstellung zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland anziehen und den Tourismus verstärken.“

IGA als „Labor“

Nina Frense, RVR-Beigeordnete für den Bereich Umwelt, ist sich sicher: „Die IGA 2027 wird Labor, Ausblick und Exzellenzshow für neue Infrastrukturen in der Metropole Ruhr. Themen wie Klimaschutz, Luftreinhaltung, urbane Landwirtschaft und Umweltgerechtigkeit werden hier mitgedacht und innovativ beantwortet.“

Im Vorfeld der Sitzung der Verbandsversammlung hatten die Mitgliedsstädte und -kreise im RVR sowie zahlreiche kreisangehörige Kommunen bereits ihr Votum für die finanzielle Beteiligung an der IGA abgegeben. Der Durchführungshaushalt beläuft sich auf rund 85 Millionen Euro.

Mit Millionen Touristen kalkulieren

Konservativ gerechnete Besucherprognosen gehen von etwa 2,6 Millionen Besuchern aus, laut Machbarkeitsstudie könnte die Internationale Gartenschau sogar bis zu fünf Millionen Besucher anlocken. Den verbleibenden Zuschussbedarf teilen sich RVR und Mitgliedsstädte und -kreise im Rahmen eines „Ansparmodells“ über den Zeitraum von zehn Jahren.

Das Ausstellungskonzept sieht drei Hauptstandorte der IGA vor. Dazu zählen der „Rheinpark“ in Duisburg, die „Zukunftsinsel Gelsenkirchen“ (Nordsternpark und Emscherinsel) sowie der Bereich „Emscher Nordwärts“ in Dortmund, deren Besuch einer Eintrittskarte bedarf.
Auf der zweiten Ausstellungsebene „Unsere Gärten“ sollen regional relevante (Landschafts-)Parks und Gärten im Ruhrgebiet präsentiert werden. Im Rahmen dieser Ausstellungsebene werden zahlreiche Park- und Grünflächen aufgewertet und über Themenrouten verbunden. Von den 200 gemeldeten Projekten sind 80 mit Investitionen verbunden. Eine Auswahl, Qualifizierung und Filterung der Projektanmeldungen erfolgt in Anlehnung an Prozesse der NRW-Strukturfördermaßnahme „Regionale“ gemeinsam mit den Kommunen und dem Land.

Die dritte Ebene „Mein Garten“ soll bürgerschaftliches Engagement und die Identifikation mit der Region fördern. Vereine und Privatinitiativen können dabei ihre nachbarschaftlichen Grün-Initiativen präsentieren.

Viele Beteiligte

Getragen wird die Internationale Gartenausstellung 2027 vom Regionalverband Ruhr, von den Kommunen und Kreisen der Metropole Ruhr, der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH, der Ruhr Tourismus GmbH sowie zahlreichen weiteren Institutionen wie Emschergenossenschaft, LWL und LVR, Landwirtschaftskammer oder Kleingartenverbände.