Von Vielfalt, Musik und Frieden: Konzert „Auf nach Wir“

Freuen sich auf „Auf nach Wir“ (v.l.): Antje Haury (Orchesterdirektorin), Frederik Wittenberg (Konzertdramaturg), Martin Rösner (Leiter der Max-Reger-Musikschule), Miriam Michel (Projektbegleiterin, Moderatorin), Joseph Trafton (Generalmusikdirektor) und David Graham (Komponist, künstlerischer Leiter). (Foto: Theater Hagen)

Hagen. (AnS) Gemeinsam etwas tun ungeachtet der Herkunft, des Alters oder der Hautfarbe – warum nicht komponieren? Genau das haben 217 junge Menschen in den letzten fünf Monaten gemacht.

Das Ergebnis des ungewöhnlichen Orchester-Hagen-Projekts „Auf nach Wir“ ist am Samstag, 9. Juni, um 16 Uhr in der Stadthalle Hagen, Wasserloses Tal, zu hören.

Ein „Fis“, ein „F“ oder doch lieber eine ganz andere Note? Mit Tönen setzten sich die Gruppen ganz unterschiedlicher Art – unter anderem waren Grundschulklassen, gymnasiale Chöre, Menschen mit Fluchtgeschichte oder Handicap und Bands dabei – auseinander, begleitet vom Komponisten David Graham, der half, wo es nötig war. „Viele können klassische Stücke auf einem Instrument spielen und interpretieren“, erklärt der Engländer, „aber sich selbst in Kompositionen ausdrücken nicht.“

Die Schüler „bastelten“ in kleinen Gruppen an Harmonien und Texten und stritten sich auch mal, schließlich hatte jeder seine eigene Meinung. Am Ende herausgekommen sind Stücke, die sich alle mit dem Thema Krieg und Frieden und Heimat auseinandersetzen, mal gespielt auf dem Klavier oder der Gitarre, mal gesungen. Stücke, die den Titel „Wahrheit des Krieges“ oder „Die Bunte Welt“ tragen: Allesamt ist es Musik, die verbindet und deren Entstehung allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat.

12 Werke zu hören

Zwölf Werke sind am Samstag zu hören, teilweise von Profis gespielt und dirigiert, teilweise von den Teilnehmern selbst. „Ein Höhepunkt, denn die verschiedenen Komponistenteams kennen sich nicht untereinander“, freuen sich der künstlerische Leiter David Graham und Projektbegleiterin Miriam Michel.

Aktionstag mit Musik

Eingebunden ist das Konzert in einen musikalischen Aktionstag, der bereits um 12 Uhr beginnt. Daran beteiligt ist neben dem Theater Hagen die Max-Reger-Musikschule, die die verschiedenen Räume und das Außengelände bespielt, eine Klangwerkstatt einrichtet sowie Instrumente vorstellt.

Zudem gibt es um 14 Uhr ein Konzert zum Mitmachen von Andrea Apostoli, das besonders für junge Familien gedacht ist.

Vision für Frieden

Die Vision für Frieden, die Vision, dass viele kreativ werden, das gefällt auch dem Generalmusikdirektor Joseph Trafton, der im 10. Sinfoniekonzert am 12. Juni um 20 Uhr die Fortführung sieht. Das Oratorium des amerikanisch-persischen Komponisten Richard Danielpour steht nämlich unter dem Motto „Toward a Season of Peace“, also „Auf zu Zeiten des Friedens“.

Es symbolisiert den Weg von Krieg und Zerstörung hin zum Frieden mittels Vergebung – genau dem Thema, mit dem sich auch die zahlreichen Schüler beschäftigt haben. Der Titel „Auf nach Wir“ soll eben diese Vielfalt beschreiben, die interkulturelle Zusammenarbeit und den Weg als Ziel des Sonderprojekts, das aus Bundesmitteln gefördert wurde.

Der Eintritt zum Aktionstag samt Konzert am 9. Juni ist übri­gens frei.