Vorhaller in Angst: Gift und Nägel

Hundehalter aufgepasst: Momentan finden sich in Vorhalle viele Wurst- und Käsewürfel, die mit Nägeln gespickt sind. (Foto: privat)

Vorhalle. (ric) Langsam wird es Frühling, die Sonne zeigt sich, die Tage werden wieder länger. Endlich werden auch die Spaziergänge mit Hunden wieder angenehmer. Ohne Minustemperaturen läuft man doch einfach besser über Feld und Flur. Und dennoch machen Hundehalter in Vorhalle gerade schwere Zeiten durch: An einer Wiese unweit der Hauptschule fanden Hundehalter Wurst- und Käsewürfel, die mit Eisennägeln gespickt sind. Besonders schlimm: Auch ein Kinderspielplatz ist in der direkten Nähe.

Petra Koch (Name von der Redaktion geändert) geht mit ihrem Mischlingsrüden Tom nahezu jeden Tag in dieser Gegend spazieren. „Die Strecke bietet sich ja förmlich an“, erklärt die 40-Jährige. „Von dort aus gelangt man schnell zur Kleingartenanlage und in Richtung Wald.“ Perfekt also für ausgedehnte Runden mit dem geliebten Tier. Außerdem ist die Strecke verkehrsarm und ruhig. „Wo sonst findet man das auf die Schnelle im viel befahrenen Hagener Westen?“ Doch nun machen Angst und Schrecken unter den Tierhaltern die Runde.

Ein Hund wurde schon krank

„Bereits vor einigen Wochen gingen Gerüchte um. Es hieß, Gift sei ausgestreut worden. Dann tauchten plötzlich die Köder auf. Erst waren nur es nur ein paar, doch dann wurden es immer mehr“, weiß die Vorhallerin. Und dann geschah das Unglück: „Der Hund einer Bekannten wurde schwer krank. Er erbrach sogar Blut und war lange Zeit in tierärztlicher Behandlung.“ Ob dies wirklich durch Gift passierte, konnte nicht genau nachvollzogen werden. „Trotzdem bleibt natürlich ein sehr ungutes Gefühl. Wir Hundehalter machen uns alle große Sorgen“, weiß Petra Koch.

So lieber nicht: Freilauf sollten Hunde in Vorhalle zur Zeit besser nur im eigenen Garten bekommen. (Foto: wk)

Sie meidet den Weg nun großräumig. Gemeinsam mit ihrem Hund Tom streift sie durch die Vorhaller City, spaziert durch Wohnsiedlungen und an Straßen entlang. „Aber natürlich fehlt uns die Entspannung. Gerade mit einem Hund läuft man doch gerne durch die freie Natur.“ Und auch Stöckchen- oder Ballspiele sind so nicht möglich. Freilauf und Spiele bekommt Tom mittlerweile nur noch im eigenen Garten. „Alles andere wäre mir zu gefährlich. Ich weiß nicht, wie andere Leute, die keinen eigenen Garten haben, das Problem lösen. Obwohl mein Hund sehr gut auf mich hört, kann ich doch nicht schnell genug eingreifen, wenn er sich auf ein Wurststück stürzt.“ Und auch mit Leine möchten Hund und Halterin nicht mehr an der Wiese vorbeigehen. „Man kann sich doch nicht sicher sein, dass Gift gestreut wurde. Später hat Tom das dann an den Füßen“, überlegt Koch besorgt.

Wer macht so etwas?

Noch weiß niemand, wer der „Tierhasser“ ist. Die Hundehalter im Hagener Nordwesten hoffen aber sehr, dass er oder sie bald auf frischer Tat ertappt wird und halten Augen und Ohren offen. „Wenn wir herausfinden könnten, wer so etwas macht, wären wir endlich wieder sicher. Und wir könnten gemeinsam mit unseren Vierbeinern die schönen Seiten des Frühlings genießen“, erklärt Petra Koch. Damit dies wahr wird, wurde mittlerweile auch Anzeige erstattet. Die Polizei will alles daran setzen, den Hagener Westen für Hund und Halter wieder zu einem schönen, sicheren Ort zu machen.