Warum eigentlich nach Guatemala?

Hagen. (ME) Mutig! Die 18-jährige Hagenerin Paulina Fritz will in Kürze für ein halbes Jahr nach Guatemala gehen und dort schlussendlich in einem kleinen Städtchen als „Hilfslehrerin“ arbeiten. Warum nach Mittelamerika in ein Entwicklungsland? Wir lassen Paulina Fritz selbst zu Wort kommen:

Warum denn ausgerechnet Guatemala? – Das ist die Frage, die mir in den vergangenen Monaten nahezu jedes Mal gestellt wurde, wenn ich von meinen Auslandsplänen erzählt habe. Wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich die Frage selbst nicht ganz genau beantworten. Bereits vor einigen Jahren stand für mich fest, dass es mich nach dem Abitur ins Ausland ziehen wird. Ungeklärt war jedoch immer, wo genau ich denn landen würde.

China, Peru, Namibia, Togo – doch schließlich wurde es Guatemala.

Neue Sprache

Zum einen war da der sprachliche Aspekt. Englisch habe ich in der Schule lange genug gelernt, um mich ausreichend mit fremden Menschen unterhalten zu können. Und mein sechswöchiger Au-pair-Aufenthalt in Nizza hat mein Französisch ebenfalls auf ein gutes Level gebracht. Dementsprechend musste es eine neue Sprache werden – Chinesisch oder Spanisch. Schlussendlich habe ich mich dann für Spanisch entschieden, da mich Lateinamerika einfach mehr gereizt hat als China.

Nun ist es also Guatemala geworden und ich bin mehr als zufrieden mit dieser Wahl. Über Guatemala habe ich vorher rein gar nichts gewusst. Aber je mehr ich lese, höre und sehe, desto größer wird meine Vorfreude darauf, das Land, seine Menschen und deren Kulturen kennenzulernen. In Guatemala werde ich in einer Gastfamilie wohnen, was einen intensiven Einblick in den guatemaltekischen Alltag ermöglicht und mir die Chance bietet, das Leben dort so nah wie möglich und mit allen Facetten zu entdecken.

Neugierig

Im ersten Monat vor Ort werde ich an einer Sprachschule im Bergstädtchen Antigua Einzelunterricht bekommen und vermutlich viele Bekanntschaften und Ausflüge machen. Neugierig bin ich aber in erster Linie auf die Zeit danach: Das Unterrichten an einer guatemaltekischen Schule. Ich freue mich wahnsinnig darauf, die Kinder zu treffen und werde mich bemühen, ihnen so viel wie möglich zu vermitteln. „Spielerisch lernen“ wird hier die Devise sein: Da Guatemala eine Analphabetenquote von 30 Prozent hat, ist die Verbesserung der Bildung unerlässlich. Allerdings sollte der Spaß nicht zu kurz kommen, denn die Kinder leben zuhause nicht immer unter den besten Bedingungen.

Vorherrschend in Guatemala sind drei Bevölkerungsgruppen: Maya (Indigene, also originär Einheimische), Garifuna (Nachkommen der Kariben) und Ladinos (europäischer Abstammung). Das Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen und deren Gebräuche möchte ich gerne genauer kennenlernen, wobei ich auf die Unterstützung der Guatemalteken hoffe.

Angst?

Die Kriminalität dort ist leider besonders hoch, was das Reisen innerhalb des Landes, gerade als Frau, wahrscheinlich erschweren wird. Allerdings sollte das kein Problem werden, solange man in Begleitung reist und ein wenig Vorsicht walten lässt.

Ehrlich gesagt gilt meine größere Angst allerdings dem Essen. Die Mahlzeiten dort bestehen hauptsächlich aus Reis und Bohnen, was ich beides nicht sonderlich mag, woran ich mich aber hoffentlich ganz schnell gewöhnen werde. Das frische und vielfältige Obstangebot ist da schon eher mein Fall. In knapp einem Monat werde ich also schon von Guatemala aus berichten und ich freue mich sehr auf die Zeit! Vielleicht kann ich den ein oder anderen ja sogar zu einer Reise dorthin begeistern und bewegen …

Paulina Fritz will regelmäßig im wochenkurier und in einem Blog über ihre Erlebnisse berichten.