Wendige Flugkünstler suchen schleunigst Sommerquartier

Hagen. (anna, 22.05.10) Sie tragen den Sommer im Schnabel, im Volksmund gelten sie als Glücksbringer. Die Rede ist von den wendigsten Flugkünstlern – den Schwalben. Vielerorts ist ihr Gezwitscher in der Nähe von Häusern, Schuppen und Ställen noch zu hören. Doch so zahlreich wie früher sind sie nicht mehr, die Anzahl der Schwalben geht seit vielen Jahren zurück – auch hier in Hagen.

„Eine der Ursachen für den Rückgang ist der fortschreitende Verlust von Nistmöglichkeiten. Während früher in jedem Kuhstall Platz für mehrere Rauchschwalbenpaare war, sind heute viele Viehställe verschlossen“, erklärt Barbara Ritz vom Nabu (Naturschutzbund), Stadtverband Hagen.

„Offene Feldwege und Hofeinfahrten sind ideale Orte für die Schwalben, um Nestbaumaterial zu sammeln, aber sie sind heute meist versiegelt. Mehlschwalbennester an Hausfassaden werden oft von den Hausbesitzern entfernt, die Schwalben könnten ja die Wände verschmutzen.“

Doch auch wenn einige Menschen die Schwalben von ihren Gebäuden fernhalten, gibt es immer noch viele, die sich über das Glück freuen, das die Schwalben sprichwörtlich an ihre Häuser bringen.

Bewerben

Darum startet der Nabu Nordrhein-Westfalen zusammen mit seinen Kreis- und Stadtverbänden in diesem Sommer die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“, bei der positive Beispiele mit einer Plakette ausgezeichnet werden. Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der schnellen Flieger dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Hotel, um einen Bauernhof oder ein Fabrikgebäude handelt.

Nähere Informationen rund um das Thema Schwalben und das Bewerbungsformular für die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ gibt es unter www.NABU-NRW.de oder bei der Landesgeschäftsstelle:

Nabu NRW, Merowingerstraße 88, 40225 Düsseldorf, Telefon 0211/ 1592-510, Schwalben@NABU-NRW.de.

Nisthilfen

Beim Nabu-Stadtverband Hagen begleiten Barbara und Friedrich Ritz diese Aktion. Sie weisen auf die Möglichkeit hin, mit künstlichen Nisthilfen dem Mangel an natürlichen Nestern abzuhelfen. Diese Nisthilfen gibt es für Rauchschwalben, die in Häusern und Ställen brüten, wie auch für Mehlschwalben, die ihre Nester an den Häusern bauen.

Barbara Ritz: „Wir geben gerne Tipps für die Beschaffung und das Anbringen der künstlichen Nester sowie die Anlage von Feuchtstellen, um den Schwalben den natürlichen Nestbau zu ermöglichen.“

Das Ehepaar Ritz ist unter Telefon 02304/ 61385, E-Mail: nabu-hagen@t-online.de, zu erreichen.