Wieder mit zwei Stimmen den Bundestag wählen

Fast 305.000 Wahlberechtigte aus dem Märkischen Kreis sind bei der Bundestagswahl zur Stimmabgabe aufgefordert. (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis)

Fast 305.000 Wahlberechtigte aus dem Märkischen Kreis sind bei der Bundestagswahl zur Stimmabgabe aufgefordert. (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis)

Hagen. (ME/pen) Welcher Kandidat erhält die meisten Erststimmen in den Wahlkreisen 138 und 139 und zieht direkt in den neuen Bundestag ein? Wie verteilen sich die Zweitstimmen an Ennepe und Ruhr auf die über 20 Parteien, die sich hier um einen Bundestagssitz bewerben? Diese Fragen werden bei der Wahl am kommenden Sonntag, 24. September, beantwortet.
Zwei-Stimmen-Prinzip
Die Wahlen zum Bundestag sind allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim. Der Bundestag wird für vier Jahre gewählt. Ihm gehören mindestens 598 Mitglieder an (durch Überhang- und Ausgleichsmandate können es auch deutlich mehr werden).
Gewählt wird in Deutschland – wie immer – zwischen 8 und 18 Uhr. Die Auszählung erfolgt öffentlich. Rund 13,1 Millionen Wahlberechtigte können in Nordrhein-Westfalen an der Bundestagswahl am 24. September teilnehmen.
Jeder Wähler und jede Wählerin hat zwei Stimmen. 299 Abgeordnete werden mit der Erststimme in den Wahlkreisen direkt „auserkoren“ (in ganz normaler Mehrheitswahl).
Mit der Zweit-Stimme werden die Landeslisten der Parteien gewählt, über die weitere mindestens 299 Abgeordnete in den deutschen Bundestag einziehen (hier gilt die Verhältniswahl).
Die Kandidaten
Der Wahlkreis 138/Hagen-Ennepe-Ruhr-Kreis I wird von den kreisangehörigen Städten Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg und Schwelm sowie der kreisfreien Stadt Hagen gebildet. Dort treten als Direktkandidaten an: „Titelverteidiger“ René Röspel (SPD, Hagen), Cemile Giousouf (CDU, Hagen), Karen Haltaufderheide (Bündnis90/Die Grünen, Wetter), Ralf Sondermeyer (Die Linke, Hagen), Katrin Helling-Plahr (FDP, Hagen), Michael Eiche (AfD, Hagen), Reinhard Funk (MLPD, Hagen) sowie Michael Tropp (Hagen) als Einzelbewerber.
Der Ennepe-Ruhr-Kreis ist auch bei der Bundestagswahl in diesem Jahr in zwei Wahlkreise aufgeteilt. Zum Wahlkreis 139/Ennepe-Ruhr-Kreis II zählen die Städte Hattingen, Herdecke, Sprockhövel, Wetter und Witten. Hier bewerben sich um das Direktmandat: Dr. Ralf Brauksiepe (CDU, Hattingen), Ralf Kapschack (SPD, Witten), Dr. Janosch Dahmen (Bündnis90/Die Grünen, Witten), Heinz-Dieter Kempka (Die Linke, Herdecke), Jürgen A. Weber (FDP, Herdecke), Roland Löpke (Piraten, Witten) und Achim Czylwick (MLPD, Witten).
Landesliste
Zehn der insgesamt 15 Direktkandidaten finden sich auch auf der Landesliste ihrer Partei wieder. Dies sind Dr. Ralf Brauksiepe (CDU, Platz 9), Cemile Giousouf (CDU, Platz 23), Ralf Kapschack (SPD, Platz 41), René Röspel (SPD, Platz 47), Dr. Janosch Dahmen (Bündnis90/Die Grünen, Platz 14), Karen Haltaufderheide (Bündnis90/Die Grünen, Platz 38), Katrin Helling-Plahr (FDP, Platz 17), Jürgen A. Weber (FDP, Platz 48), Roland Löpke (Piraten, Platz 20) und Reinhard Funk (MLPD, Landesliste Niedersachsen Platz 2).
Ob die jeweilige Platzierung für den Einzug in den 19. Deutschen Bundestag aus­reicht, hängt von der Zahl der Zweitstimmen der jeweiligen Partei ab.
Fünf-Prozent-Hürde
An der Zuteilung von Sitzen aus den Landeslisten nehmen nur diejenigen Parteien teil, die mindestens fünf Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen erhalten haben oder in mindestens drei Wahlkreisen einen Sitz (Direktmandat) errungen haben (Fünf-Prozent-Sperrklausel mit Nichtanwendungsregel).
Vor vier Jahren gingen zwei Drittel aller Hagenerinnen und Hagener zur Urne (67,1 Prozent); wer hautnah miterleben möchte, wie gewählt worden ist, kann die traditionelle Hagener Wahlparty besuchen. Das Rathaus an der Volme öffnet am Sonntag bereits um 17 Uhr seine Pforten.