Wo die Ennepe die Volme „küsst“

Hagen. (ME/pag) Schon seit Jahrzehnten wird über die Bahnhofshinterfahrung diskutiert. Mittlerweile ist ihre Verwirklichung in greifbare Nähe gerückt. Die Realisierung soll viele Chancen für die zukünftige Entwicklung der Stadt Hagen eröffnen – das jedenfalls erhoffen sich die Verantwortlichen im Rathaus.

Symbol und Treffpunkt zugleich: Der Blaue Tisch wird in den kommenden Monaten häufiger in Hagen anzutreffen sein - so auch am kommenden Freitag dort, wo sich Ennepe und Volme „küssen“. (Foto: Klaus Meyer, bau-werk GmbH)

Mit dem Anschluss an die geplante Verkehrsanbindung wird dies erhebliche Veränderungen für die Industrieareale hinter dem Hauptbahnhof bedeuten. Dieser Bereich erstreckt sich vom Bahnhof bis zur Mündung der Ennepe in die Volme. Es handelt sich hierbei um einen nahezu unbekannten Ort, der einerseits durch Industriebrachen und andererseits durch eine idyllische Flusslandschaft geprägt ist. Die spannende Frage lautet: Erwacht diese Industriebrache mit der geplanten Verkehrsanbindung demnächst aus ihrem „Dornröschenschlaf“?

Der Architekten- und Ingenieurverein (AIV) Mark-Sauerland e.V. wird innerhalb seiner Veranstaltungsreihe „der Blaue Tisch“ am kommenden Freitag, 16. September 2011, das Gebiet bis zur Flussmündung vorstellen. Geplant ist, einen geschichtlichen Abriss der städtebaulichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufzuzeigen und darüber hinaus den aktuellen Planungsstand sowie die Zukunftsvisionen zu diskutieren. Hierfür werden Planer der Stadt Hagen zum Gespräch eingeladen. Erwünscht ist ebenfalls eine Beteiligung der Hagener Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Fragen und eigenen Ideen in die Diskussion einbringen sollen.

Große Chancen

Moderiert wird die Veranstaltung von zwei Mitgliedern des AIV Mark-Sauerland e.V.: Jutta Gentgen und Heinz-Rainer Becker. Architekt Becker sieht große Chancen für das Gebiet an der Ennepe-Volme-Mündung: „Die Bahnhofshinterfahrung wird in Zukunft markante Veränderungen mit sich bringen. Zwischen dem Bahnhof und der Umgehungsstraße könnte eine attraktive Bebauung entstehen, die die Chancen des naheliegenden ICE-Bahnhofes und der Stadtnähe nutzen kann.“

Besprochen werden jedoch nicht nur aktuelle Planungskonzepte, wie Jutta Gentgen hervorhebt: „Wir möchten mit der Diskussion vor Ort vor allem erfahren, wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hagen neben einer industriellen Nutzung des Areals auch alternative Nutzungsmöglichkeiten – wie zum Beispiel Wohnen oder Freizeiteinrichtungen – sind.“

Start am Bahnhof

Die Veranstaltung beginnt am 16. September 2011 um 16 Uhr. Treffpunkt ist der blaue Bauwagen auf dem Bahnhofsvorplatz (Berliner Platz). Nach einem kurzen historischen Spaziergang (mit Michael Eckhoff/ Heimatbund) wird der aktuelle Planungsstand der Bahnhofshinterfahrung vorgestellt. Anschließend wird den Teilnehmern die einmalige Möglichkeit geboten, das besprochene Areal von einer 22 Meter hohen Hubbühne aus zu besichtigen.

Auf der Halbinsel zwischen Ennepe und Volme wird eine gemeinsame Diskussion mit Vertretern der Stadt stattfinden. Die Bürgerinnen und Bürger sind hierzu eingeladen. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Geparkt werden kann auf dem Parkplatz der Firma Prevent TWB, Sedanstraße 3 (Einfahrt gegenüber dem Wendehammer am Ende der Sedanstraße). Um eine kurze Anmeldung wird gebeten.

Kontakt: Architekturbüro Jutta Gentgen, Tel. 0 23 30 / 12 98-33, Fax 0 23 30 / 12 98-66, E-Mail info@gentgen-herdecke.de.

Der „Blaue Tisch“

Stefan Bild (Vorsitzender des AIV), Jutta Gentgen und Rainer Becker (Paten der Veranstaltung am 16. September) am blauen Bauwagen auf dem Bahnhofsvorplatz. Hier geht es am Freitag um 16 Uhr los.(Foto: Klaus Meyer, bau-werk GmbH)

Zuletzt noch ein paar Worte über das schon mehrfach vom wochenkurier vorgestellte Projekt „Der Blaue Tisch“: Der „Tisch“ ist gleichermaßen Symbol und Treffpunkt, den der Architekten- und Ingenieurverein (AIV) Mark-Sauerland e. V. ins Leben gerufen hat. Er steht für das Selbstbild und Engagement des heimischen AIV, der im kommenden Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Durch den „Blauen Tisch“ sollen bestimmte Orte in Hagen ins Visier genommen werden. Er symbolisiert den Dialog mit diesem besonderen Ort als Einladung für die Bürger mit ihren Anliegen und Erfahrungen. Die Geschichte(n) sollen von den Menschen mit besonderem Bezug zu dem Ort erzählt werden.

Die gesamte Aktion soll als Film, DVD und als Buch zur 100-Jahr-Feier des AIV präsentiert werden. Durch die gesamte Aktion entsteht ein besonderes Stadtporträt. Weitere Veranstaltungen zum „Blauen Tisch“ werden in circa vierwöchigem Rhythmus folgen. Geplant sind Veranstaltungen unter anderem noch an den folgenden Orten: Zwieback Brandt (Brachflächen in der Stadt), Lutherkirche (Wandel durch Kultur – Chance für die Integration), Vorhaller Verschiebebahnhof (Stadtentwicklung Hagen und die Eisenbahn) und in Wehringhausen (Stadtumbau / Schrumpfende Stadt).

Der AIV Mark-Sauerland e.V. ist die regionale Interessenvertretung für angestellte, beamtete, selbstständige und gewerblich tätige Architekten und Ingenieure. Als regionaler Verband für Architekten und Ingenieure verschiedener Fachrichtungen ist der Architekten- und Ingenieurverein Mark Sauerland seit fast 100 Jahren aktiv. Die Mitglieder des AIV Mark-Sauerland engagieren sich, weil sie von ihrer Verantwortung für die Gestaltung der Umwelt überzeugt sind.