Zentrale Frage in Röspels Wahlkampf: Wo und wie wollen wir in Zukunft leben?

Rene Röspel will auch in der kommenden Legislaturperiode wieder im Bundestag sitzen. In den nächsten Wochen stellt er an Infoständen sein Programm vor. (Foto: Anja Schade)

Rene Röspel will auch in der kommenden Legislaturperiode wieder im Bundestag sitzen. In den nächsten Wochen stellt er an Infoständen sein Programm vor. (Foto: Anja Schade)

Hagen. (AnS) In der Politik ist er bereits ein alter Hase. Bereits seit zwanzig Jahren sitzt er für die SPD als Bundestagsabgeordneter für den heimischen Wahlkreis in Berlin – Hagen und den EN-Kreis hat er dennoch immer im Blick. Rene Röspel will auch bei der kommenden Wahl am 24. September die hiesigen Kommunen in der Hauptstadt vertreten.
Trotz seiner Erfahrung: Zurücklehnen will und kann sich der vierfache Familienvater nicht. „Die Zukunft gerecht verteilen“ heißt seine Devise und entspricht dem bundesweiten Programm seiner Partei.Zum ersten Mal hat er für die Presse einen übersichtlichen Punkte-Plan erstellt. „Die bundesweiten Forderungen möchte ich auf Hagen und den Kreis runterbrechen.“
Bund in der Pflicht
Besonders den Bund sieht er in der Pflicht angesichts der hohen Verschuldungssituation gerade in der Volmestadt: „Die Schwierigkeiten, die Hagen hat, kann die Stadt nicht alleine lösen. Das schaffen viele Kommunen nicht, auch nicht mit der Hilfe des Landes“, ist Röspels Meinung. Durch eine finanzielle Unterstützung könnte die Handlungsfähigkeit der Städte erhöht werden.
Gerade im Bereich der Schulen sowie Sportstätten seien Investitionen nötig. „„Dabei muss auch Personal mitfinanziert werden.“ Die Entlastung der Kommunen bei den Sozialkosten und Flüchtlingen ist ihm ebenso wichtig.
Die Einrichtung eines Altschuldentilgungsfonds sei eine Möglichkeit, Städten wie Hagen zu helfen und aus der Schuldenspirale zu führen. Die Steuerreformpläne hingegen sieht Rene Röspel kritisch: „Eine Entlastung der Bürger hört sich zunächst gut an, das würde in Hagen aber 5 Millionen weniger an Steuereinnahmen bedeuten.“ Jeder Einzelne habe mehr in seiner Tasche, die Kommunen hätten aber deutlich mehr finanzielle Probleme.
Quartiere stärken
Auch die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen macht ihm Sorgen. „Wir müssen nicht nur Stadtteile und Quartiere stärken, sondern auch die Menschen, die dort leben.“
Qualifizierung und den Aufbau von Jugendberufsagenturen sieht er als Chance. Beim Punkt Familie und Bildung sowie Innovation sieht er den Bund ebenso in der Pflicht, über Steuerüberschuss und Solibeitrag mitzufinanzieren. „Natürlich wäre es schön, für Eltern die Kita-Gebühren abzuschaffen, die Betreuung und den Ganztag noch weiter auszubauen und auch die Schulsozialarbeit zu stärken.“
Der Standortfaktor ist dem Biologen ebenso wichtig. „Fachhochschule, Kita oder Fernuniversität: Gebührenfreie Bildung machen Städte attraktiv.“ Auch die Forschung müsse Unterstützung erhalten.
Wo wollen wir leben?
Röspel: „In welcher Stadt wollen wir leben und wie? Das ist eine Frage, die wir – auch in Bezug auf den Klimawandel – uns stellen müssen und die unsere Zukunft bestimmt.“
Wie er seine Chancen sieht? „Nun, dass wird der 24. September zeigen“, antwortet er diplomatisch und hofft, dass ihm möglichst viele Bürger das Vertrauen und ihre Erststimme schenken.