Zurück auf der Schulbank: Feuervogel Jannik Lodders zu Gast im Unterricht

[1/2] Basketballer Jannik Lodders stand den Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule im Rahmen eines Schulprojekt-Interviews Rede und Antwort. (Foto: Cordes) [2/2] Jannik Lodders war nicht nur als Interviewpartner gefragt

[1/2] Basketballer Jannik Lodders stand den Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule im Rahmen eines Schulprojekt-Interviews Rede und Antwort. (Foto: Cordes) [2/2] Jannik Lodders war nicht nur als Interviewpartner gefragt, sein Autogramm war e

Hagen. (hc) Mit seinen 1,98 Meter ist Phoenix-Star Jannik Lodders eigentlich deutlich zu groß für einen handelsüblichen Schulstuhl. Doch für die Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule nahm der 25-Jährige noch einmal „tief unten“ Platz und stellte sich den Fragen.
Lehrerin Franziska Mihaljevic hatte im Rahmen ihres Examens das Thema Medien und im Besonderen die Zeitung behandelt. Auf der Suche nach einem Kooperationspartner für ihr Projekt wurde sie beim Wochenkurier fündig. Die langfristige Aufgabe für die Kinder war es nämlich, kleine Artikel zu verfassen. Als kleine Starthilfe kam Wk-Volontär Heiko Cordes vorab in eine Schulstunde und sprach mit den Schülerinnen und Schülern über Zeitungen, ihre Darstellungsformen und stellte sich den Fragen der wissbegierigen Kinder.
So musste er von seinem Weg zur Zeitung berichten oder auch von seinen Einsätzen beim Wochenkurier. An Hand von Beispielen aus der aktuellen Wk-Ausgabe sowie der Sommerausgabe des Magazins jetzt&hier wurden den Kindern obendrein „Zeitschriften-Unterschiede“ verdeutlicht.
Nach dem Besuch bereiteteten sich die Schüler intensiv auf ihre Aufgabe vor. Sie suchten Themengebiete in ihrer Schule – und manchmal sogar darüber hinaus. Dabei wählten sie aus einem bunten Strauß an Darstellungsformen, stets den eigenen Fähigkeiten entsprechend. Kinder, die Probleme mit dem Schreiben und Lesen hatten, durften über Bilder mit ihren Lesern kommunizieren, es gibt Erfahrungsberichte aus der Schule, Mini-Reportagen über die Schulräume und natürlich auch Interviews.
Eins führten drei Schülerinnen und Schüler der Klasse mit Jannik Lodders. Der Basketball-Profi hat deutlich mehr „Medienerfahrung“ als die Kinder, doch diese machten ihre Sache sehr gut. Rund 15 Fragen hatten sie vorbereitet und löcherten den Flügelspieler nicht nur rund um seinen Sport, sondern sie wollten auch persönliche Sachen wissen. Was zum Beispiel sein Lieblingsessen sei („Burger, egal ob mit Pommes oder Kartoffelecken“) oder welche Schuhgröße er hat („48 1/2“).
Aufgetaut
Im Laufe des Gesprächs tauten die Schülerinnen und Schüler auf. Sie überwanden sogar ihre Scheu und baten Lodders um diverse Autogramme für sich und ihre Klassenkameraden. Diesem Wunsch kam der Phoenix-Akteur gern nach.
Aber auch bei Lodders merkte man im Laufe des Interviews, dass er sich auf die besondere Situation einstellte. Waren die ersten Antworten noch ziemlich professionell, schaffte er es in der Folge immer besser „kindgerecht“ zu antworten. So wurden Fachbegriffe durch Umschreibungen ersetzt. Bei den etwas persönlicheren Fragen war Lodders sehr offen und erzählte auch mal ein bisschen ausführlicher.
Hier das Interview:
Herr Lodders, Wie sind Sie zu Phoenix Hagen gekommen?

Fast alle Spieler haben einen Berater, so auch ich. Diese helfen dabei, einen neuen Verein zu suchen. Ich wollte nach dem Abstieg meines alten Teams (Anmerkung der Redaktion: ETB Baskets Essen) in die ProB aber in der ProA bleiben. Dann kam das Angebot von Phoenix Hagen und ich war mir schnell klar: Da will ich hin. Es ging auch alles ziemlich zügig, innerhalb von zwei Tagen hatte ich dann eine Entscheidung gefällt.
Wie dribbelt man seinen Gegner aus?
Das ist eine knifflige Frage! Es kommt immer auf den Gegner an. Wenn das ein großer Gegenspieler ist, dann weiß ich, dass ich schneller bin als er. Wenn es ein kleinerer Spieler ist, dann kann ich vielleicht über ihn hinweg werfen. Aber grundsätzlich geht es darum, den Gegner zu verwirren. Er muss denken, dass ich in die eine Richtung dribbel und dann dribbelt man genau in die entgegengesetzte.
Wir wirft man am besten einen Korb?
Vor allem kommt es auf die Technik an. Der Ball sollte eine hohe Flugkurve haben, die Arme sollten dabei schön durchdrücken und eine Rückwärtsrotation erzeugen. So kann der Ball, auch wenn er mal auf dem Ring landet, noch hineinfallen.
Was ist Ihr Lieblingsessen?
Burger! Egal ob mit Pommes oder Kartoffelecken. Wie oft trainieren Sie? Montags, dienstags und donnerstags je zwei Einheiten. Am Mittwoch steht eine Einheit im Kraftraum an und ein paar Wurfübungen. Freitags geht es dagegen um das Anschwitzen für das anstehende Spiel am Samstag.
War es Ihr Ziel Profi-Basketballer zu werden?
Ich habe zunächst mit einem Studium begonnen und dann nebenbei Basketball gespielt – und damit auch Geld verdient. Ich habe in immer höheren Ligen gespielt und mehr Spielanteile bekommen. Als mein Verein (Anmerkung der Redaktion: UBC Hannover Tigers) den Spielbetrieb einstellte, stand ich vor der Wahl: Studium oder Profi-Basketball. Ich habe mich für den Basketball entschieden und lasse mein Studium nun nebenher laufen.
Haben Sie ein Haustier?
Bei meinen Eltern ist eine Katze, aber hier in Hagen haben wir kein Haustier. Meine Freundin wünscht sich einen Hund, aber bisher ist da noch keine Entscheidung gefallen.
Kommen Sie aus Hagen?
Nein, ich bin kein Hagener. Ich komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf aus der Nähe von Hannover – also aus dem Norden.
Bekommen die Spieler einen Dienstwagen?
Ja, das gehört zu den angenehmen Seiten. Was gefällt Ihnen an der Sportart? Zum einen ist es eine Teamsportart. Zum anderen ist sie sehr schnell und sehr vielseitig. Man muss auf sehr vielen Feldern sehr gut sein. Gut in Form, die Körpergröße muss stimmen, man muss gut dribbeln und werfen können.
Gibt es gewisse Voraussetzungen, um Profi-Basketballer zu werden?
Nein,Voraussetzungen gibt es eigentlich nicht. Man muss natürlich in Form sein und es hilft, eine gewisse Größe zu haben. Aber es gibt viele große Spieler, denen fehlt das Wurfgefühl oder sie sind zu schwer. Die einzige Voraussetzung, die man selbst schaffen kann, ist, dass man viel trainiert.
Welche Schuhgröße haben Sie?
48 1/2.