775 Jahre Iserlohn, 975 Jahre Letmathe

Ein Ausschnitt aus einem Gemälde von Johann Gustav Lange schmückt den Einband. Es zeigt Iserlohn um 1834. (Foto: Beiträge zur Heimatkunde)

Iserlohn. (clau) Rechtzeitig zum Fest kam es aus der Druckerei. Als Band Nummer 20 in der Reihe „Beiträge zur Heimatkunde für Iserlohn und den märkischen Raum“, herausgegeben vom Förderverein Iserlohner Museen, liegt es ab sofort zum Preis von 19,90 Euro in den heimischen Buchhandlungen vor. Es ist dem inhaltlich dichten, vielschichtigen und attraktiv bebilderten Band zu wünschen, dass er sich am 24. Dezember auf vielen Gabentischen in der Region wiederfindet.

Anfang dieser Woche konnten Herausgeber, Autoren und Sponsoren gemeinsam ihr umfangreiches Werk präsentieren. Es ist mit 320 Seiten das bisher seitenstärkste Buch in der Reihe. Es zeigt 326 Fotos und Abbildungen, davon 150 farbig, 144 schwarzweiß und 32 bisher noch nicht veröffentlichte alte Stadtansichten.

775 Jahre Iserlohn, 975 Jahre Letmathe

In 27 Beiträgen – davon fünf Gedichte – stellt es ein breitangelegtes und vielschichtiges Bekenntnis zu Iserlohn und zum hiesigen Raum dar. Dabei soll es im Kern verstanden werden als ein Beitrag zu den großen Jubiläen vor Ort. „775 Jahre Stadt Iserlohn (2012) – 975 Jahre Ersterwähnung Letmathe (2011)“ heißt darum der Titel des druckfrischen Bandes.

Der Kreis der Autoren – fast alle haben sich längst einen guten Namen in der regionalen Literatur historischen Gepräges erschrieben – betrachtet gemeinsam eine eindrucksvoll weite Themenlandschaft mit viel Tiefe. Nach einer Einleitung von Wilhelm Bleicher mit Daten aus der Geschichte der Stadt Iserlohn, einem Diskussionsbeitrag zum Namen „Iserlohn“ und einer übersichtlichen Aufstellung der wichtigsten historischen Daten aus dem Raum Letmathe verzweigt sich inhaltlich das große Ganze in etliche spannend und detailreich dargestellte Einzelthemen.

Allein 32 bisher unveröffentlichte Stadtansichten und 326 Fotos im Innenteil machen das neue Buch zu einem echten Augenschmaus. (Foto: Beiträge zur Heimatkunde)

Blick ins Inhaltsverzeichnis

Ein kurzer Blick ins Inhaltsverzeichnis macht da richtig Lust aufs Lesen: „Die Schauburg“, „Bemerkenswerte Funde aus Iserlohn“, „Fingerhutherstellung im märkischen Sauerland“, „Die Iserlohner Industriepioniere Caspar Dietrich und Hermann Diedrich Piepenstock“, „100 Jahre Althof + Lötters“, „Glockenstimmen der Pankratiuskirche“, „Der Schillerplatz“, „Geschichte der Firma Brause Iserlohn“, „Johann Abraham Strauß – ein westfälisches Pfarrer-Original aus Iserlohn“

Dem Thema Wasser, den mittelalterlichen Handelswegen, dem Wappen der Reformierten Kirche, dem Weg vom Kunsthand zur Massenproduktion und vielen anderen Aspekten der örtlichen Geschichte sind Kapitel und Beiträge gewidmet.

Sponsoren geben Rückenwind

Zwei große Firmenportraits befassen sich mit zwei bedeutenden Unternehmen in Iserlohn: Der Märkischen Bank und der Firma Medice, die beide als Sponsoren dem Buch den nötigen Rückenwind gaben.

„Der Förderverein hätte die Kosten für die Erstellung des neuen Bandes nicht allein stemmen können“, betont Hanswerner Hildenbrand, der selbst alle bisherigen Bände der Reihe redaktionell betreut hat. „Mit dem Buch hat nun der Förderverein Iserlohner Museen vorgelegt, was das Stadtjubiläum 775 Jahre Iserlohn angeht. Nun ist die Stadt gefragt.“

Jubiläum – aber wie?

Schon lange war den Mitgliedern des Fördervereins klar, dass sie einen Beitrag zum Stadtjubiläum leisten wollten und sollten. Einerseits ist dies nun in Form des vorliegenden prächtigen und inhaltsschweren Bandes vollbracht. Auch etliche Vorträge zur Stadtgeschichte im Rahmen der Reihe „Mittwochs im Museum“ fanden schon großes Bürgerinteresse. Andererseits wäre man durchaus auch zu ganz neuen Einsätzen fernab des Schreibtisches und außerhalb enger Mauern bereit, um die Waldstadt zu feiern, etwas für ihr Image zu tun, ihren Ruf über die Stadtgrenzen erschallen zu lassen und vielleicht sogar Scharen von Jubiläumsgästen in die Stadt zu ziehen.

Anfang dieser Woche stellte der Förderverein Iserlohner Museen zusammen mit Autoren und Sponsoren den neuen Band vor, der nun im Handel ist. (Foto: Claudia Eckhoff)

„Alle warten auf ein Startzeichen“

„Wir brauchen einen würdigen Rahmen für das Jubiläum unserer Stadt, die immerhin zentrale Bedeutung im Märkischen Kreis hat“, so Hanswerner Hildenbrand. „Alle warten nur auf ein Startzeichen. In wenigen Tagen haben wir den 1.1.2012 und damit fängt das Jubiläumsjahr an.“

Voller Respekt blickt man in Richtung Letmathe zurück auf das, was engagierter Bürgerwille dort möglich gemacht hat. Fast ein ganzes Jahr über verstanden es die Letmather mit Veranstaltungen unterschiedlichster Art ihre Stadt hochleben zu lassen und zu ehren.

Was wäre denkbar in Iserlohn? „Ein Volksfest – etwa als Mittelalter-Markt rund um die Bauernkirche mit professionellen Beschickern ist finanzierbar“, regt Hildenbrand an. „Andere Alternative: Man wartet noch zwei Jahre ab, bereitet sich besser vor und feiert dann gekonnt die Schnapszahl 777.“

Das also wird noch verhandelt. Eins aber ist jetzt schon klar: Das mit zunächst 500 Exemplaren frischaufgelegte Buch bereitet allemal ein wahres Lese-Fest inklusive Augenschmaus für jeden, der gerne schmökert und dem an der Waldstadt und ihrem Werden und Wachsen gelegen ist…