Alte Zöpfe neu flechten: Mehr „Frau“ im IBSV

Frauen-Power im IBSV: Hilke Müsse (r.) als Leiterin der Marketingkommission und Königin Silke Klippert als Leiterin der Frauenkommission machen sich in neuer weiblicher Art stark für ihren Verein

Frauen-Power im IBSV: Hilke Müsse (r.) als Leiterin der Marketingkommission und Königin Silke Klippert als Leiterin der Frauenkommission machen sich in neuer weiblicher Art stark für ihren Verein, seine Traditionen und seine Feste. (Foto: Claudia Eckhoff)

Iserlohn. (clau) Der IBSV ist ein fester Männerverein. Daran will „frau“ nichts ändern. „Aber Frauen gehören eben auch zum Verein. Ihre Rolle und das Selbstverständnis haben sich den letzten 50 Jahren verändert. Reicht es noch, ihnen gelegentlich Kaffee und Kuchen anzubieten oder wollen sie aktiver eingebunden werden?“, bringt es Hilke Müsse auf den Punkt.
Sie selbst hat schon als Kind die Schützenfeste geliebt, gehört seit 15 Jahren zum IBSV, fühlt sich in der Artillerie heimisch, war Königin in der Saison 2013/14 und leitet nun die IBSV-Marketingkommission.
Zeitgeist und häuslicher Friede
Die Kommission entstand, als Ehrenoberstleutnant Georg Fischer die Frage „Wo soll der Verein 2020 stehen?“ äußerte. Damit sollten neue Impulse freigesetzt werden.
„Es zeigt sich oft: Wo die Frau sich nicht wohlfühlt, darf um des häuslichen Friedens willen auch der Mann nicht sein“, weiß Hilke Müsse. „Ziel muss es sein, ein Männervereins-Format zu finden, das auch die Frauen einbindet, in dem auch sie gemeinsam etwas machen können.“
Weibliche Formate
Das ist auch die feste Überzeugung der amtierenden Königin Silke Klippert. Sie leitet die Frauenkommission. Drei weibliche Veranstaltungsformate hat diese in kürzester Zeit schon zu Wege bracht, die auch gut von Männern besucht werden. „Ganz spontan haben wir 2015 die erste Weiberfastnacht aufgezogen“, erzählt sie. „Wir haben einen Frauentags-Kaffee und einen reinen Frauenschießwettbewerb der Blumenkönigin ‚Flora‘ ins Leben gerufen.“
Nun soll eine gute alte Tradition wieder aufleben: Ein Königinnen-Treffen parallel zum Herrenausflug könnte im IBSV-Jahresplan einen besonders liebenswürdigen Akzent setzen.
Traditionen überdenken
Hilke Müsse und Silke Klippert arbeiten mit ihren jeweiligen Kommissionen an der Außendarstellung des Vereins und daran, ihn im Bewusstsein der Iserlohner präsenter zu machen.
Die traditionellen IBSV-Veranstaltungen müssen dafür überdacht werden. Wie etwa lässt sich die Musikparade am Hemberg wieder zu einem echten überregionalen Publikumsmagneten machen?
„Oder nehmen wir den Sankt-Martins-Zug: Vielen Iserlohnern ist schon gar nicht mehr bewusst, dass es sich dabei um eine Veranstaltung des IBSV handelt“, sagt Hilke Müsse. “Im letzten Jahr haben wir die Pfadfinder eingebunden und mit dem Jugendamt Asylantenkinder eingeladen, Laternen zu basteln und dabei zu sein.“
Gewagt gefeiert
Erstmals gab es für Königin Klippert keinen Neujahrsball, bei dessen Eröffnung sie als Gastgeberin hunderte von Händen zu schütteln gehabt hätte. Das neue Format einer „Frühlingsparty“ entpuppte sich als Riesen-Erfolg. „Wir haben noch kurz vor Mitternacht die letzten Karten verkauft“, schmunzelt die Königin. „Was uns besonders freute: Es kamen viele junge Leute.“
Zöpfe neu flechten
Das neu gestaltete Plakat, die neuen Flyer künden vom frischen Wind im IBSV. Die Ideen kommen an: Die Iserlohner kaufen begeistert Bührmanns „Schützengriller“ und Schreibers „Schützenbrot“. Wie wäre es jetzt noch mit hochprozentigem „Schützenwasser“ oder „Zielwasser“?
„Liebe geht halt auch beim IBSV durch den Magen“, lacht Hilke Müsse. „Deshalb bieten wir am Mittwoch, 5. Juli, im Museum für Handwerk und Postgeschichte am Fritz-Kühn-Platz Kaffee und Kuchen an. Anschließend lade ich zu einer kleinen Führung durch das neue IBSV-Zimmer im Museum ein.“
Hilke Müsse und Silke Klippert stürzen sich mit viel positiver Energie in die Vereinsarbeit: „Man muss ja alte Zöpfe nicht gleich abschneiden“, meinen die beiden. „Es reicht schon, sie neu zu flechten.“