Auswärtsschwäche der Kangaroos hält weiter an

Die Kangaroos haben eine ausgemachte Auswärtsphobie entwickelt: Gegen den SC Rist Wedel (hier eine Szene aus dem Hinspiel) setzte es eine vermeidbare Pleite. (Foto: D. Fett)

Die Kangaroos haben eine ausgemachte Auswärtsphobie entwickelt: Gegen den SC Rist Wedel (hier eine Szene aus dem Hinspiel) setzte es eine vermeidbare Pleite. (Foto: D. Fett)

2. Basketball-Bundesliga/ProB: SC Rist-Wedel – Iserlohn Kangaroos 81:73 (22:20/36:39/52:56). Bereits am Vortag hatten die Itzehoe Eagles durch ihren 77:71-Erfolg gegen die Artland Dragons eigentlich das Feld bestellt für den Vorstoß der Iserlohner auf Rang zwei. Doch die Kangaroos konnten diese Chance nicht nutzen. Stattdessen hält die eklatante Auswärtsschwäche der Iserlohner weiter an. Bei den noch hartnäckig um die Play-offs kämpfenden Norddeutschen unterlagen sie nach einem Einbruch im letzten Viertel am Ende mit 73:81. Das ist umso bitterer, weil die Iserlohner beim Neunten aus Rist über 30 Minuten durchaus akzeptabel verteidigten. „Lediglich die ersten fünf und die letzten fünf Minuten waren einfach zu schlecht“, befand dann im Nachhinein auch Cheftrainer Matthias Grothe.
Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend für die Kangaroos, als Terrell Harris bereits nach 15 Sekunden nach schönen Pass von Moussa Kone die ersten Punkte der Partie auf die Anzeigetafel brachte. Doch die nächsten Aktionen gehörten dann Rist-Wedels Top-Scorer Steffen Kiese (20 Punkte), der gegen die zu passive Zone der Iserlohner gleich mal zwei Dreier und einen Korbleger einstreute und seine Farben im Alleingang mit 8:6 in Front brachte (2.). In der Folge tauten auch seine Mitspieler zunehmend auf und sorgten für die zwischenzeitliche 19:9-Führung der Rister (5.). Grothe nahm eine Auszeit und stellte seine Defensive auf Mannverteidigung um. Das zeigte dann auch die gewünschte Wirkung, denn bis zum Ende des ersten Viertels hatten sich die Kangaroos wieder bis auf zwei Punkte herangekämpft (20:22, 10.).
Zwei Minuten waren im zweiten Spielabschnitt gespielt, da sorgte ein erfolgreicher Versuch von Iserlohns Dreierspezialisit Yannick Opitz für den Ausgleich (23:23). In der Folge wechselte die Führung dann mehrfach, ohne das sich ein Team entscheidend absetzen konnte. „Da haben wir es verpasst, vorentscheidend wegzuziehen“, analysierte Grothe, der vor allem die mangelhafte Wurfquote im Zweipunktbereich mit lediglich 39 Prozent kritisierte. Zwar lagen die Kangaroos zumeist in Führung, doch zu mehr als drei, vier Punkten Vorsprung sollte es nicht reichen. So ging Iserlohn noch mit einem 56:52 in das Schlussviertel, die Gastgeber brauchten jedoch lediglich 90 Sekunden, um dies zu egalisieren. Nach zwei technischen Fouls gegen die Rister Bank binnen weniger Sekunden wurde in der Schlussphase auch das Publikum in der engen Halle zu einem echten Faktor für die Gastgeber. „Die Fans haben ihr Team danach so gepusht, dass Rist auch einige Würfe getroffen hat, die sonst wohl nicht den Weg in den Korb gefunden hätten“, so Grothe, der als Hauptgrund für die Niederlage aber vor allem die plötzlich viel zu passive Defensive seiner Kangaroos, die zu vielen Ballverlsute (19) und vorne die fehlenden Ideen gegen die Rister-Zonenverteidigung ausmachte. Die Folge war ein 12:1-Lauf des SC Rist-Wedel ab der 35. Minute, der sich in der Schlussphase auch von der Freiwurflinie keine Blöße gab, so dass die Kangaroos am Ende mal wieder mit leeren Händen da standen und die lange Heimreise als Vierter statt als Tabellenzweiter antreten mussten. „Das war bitter, aber so etwas darf einer Spitzenmannschaft einfach nicht passieren. Und genau deshalb sind wir offensichtlich auch noch keine“, lautete das ernüchternde Fazit von Grothe.
Kangaroos: Kone (9), R. Dahmen (7), Schwarz (1), J. Dahmen (12), Harris (24), Reuter (5), De Oliveira, Giddens (4), Opitz (12).