„Bildungswege öffnen!“

Um Bildungsfragen ging es beim SPD-Stadtverbandsparteitag am Samstag, 18. Dezember. Für das kommende Frühjahr soll nun ein spezieller Bildungsparteitag anberaumt werden. (Foto: Claudia Eckhoff)

Iserlohn. Der SPD-Stadtverband Iserlohn hat am vergangenen Samstag, 18. Dezember, seinen Stadtverbandsparteitag abgehalten, der unter dem Thema stehen sollte „Stärkung der Kommunen“. Dieses Thema wurde aber verdrängt durch die Diskussion um den Schulentwicklungsplan der Stadt, ausgelöst durch einen Antrag des Ortsvereins Iserlohn-Zentrum. In seiner engagierten Art hat der schulpolitische Sprecher der SPD, Manfred Minzberg, die schulischen Probleme der Stadt Iserlohn vorgetragen und den Antrag begründet. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Der Stadtverband der SPD Iserlohn und die SPD-Ratsfraktion werden somit beauftragt, sich verstärkt für eine bedarfsgerechte Gestaltung der Iserlohner Schullandschaft einzusetzen und darauf hinzuwirken, dass der städtische Schulentwicklungsplan sicher stellt, dass jedes Grundschulkind den gewünschten Platz in der Offenen Ganztagsgrundschule erhält; dass jedem Kind nach Klasse 4 der Weg zum gewählten Bildungsgang der weiterführenden Schule offen steht, auch zu dem der Gesamtschule; dass allen Schülerinnen und Schülern, die sich entsprechend qualifiziert haben, nach Klasse 10 der Zugang zur Gymnasialen Oberstufe ermöglicht wird und dass alle Schüler und Schülerinnen einen qualifizierten Schulabschluss erreichen können.

In der Antragsbegründung heißt es, die Stadt Iserlohn verfüge immer noch nicht über ein tragfähiges Konzept zur Gestaltung der Schullandschaft. Auch die dritte Auflage des Schulentwicklungsplans gäbe keine Antworten auf die aktuellen Herausforderungen, die sich aus der demografischen Entwicklung und den gestiegenen Bildungsansprüchen der Elternschaft an die Schule ergeben.

Oberstes Ziel einer qualifizierten Schulentwicklungsplanung müsse es sein, dass kein Kind und kein Jugendlicher an einer Schule abgewiesen wird – dies gilt für die Offene Ganztagsgrundschule wie auch für alle weiterführenden Schulen einschließlich der Gesamtschule.

Die SPD Iserlohn fordert, dass an allen Grundschulen die erforderlichen räumlichen Voraussetzungen für eine qualifizierte Betreuung und Förderung der Kinder geschaffen werden sollen. Der Rückgang der Schülerzahlen sowie das gewandelte Wahlverhalten der Eltern bei der Entscheidung über den geeigneten Bildungsweg für ihr Kind hat dazu geführt, dass das Iserlohner Angebot an weiterführenden Schulen nicht mehr bedarfsgerecht ist. Der Trend gehe auch in Iserlohn eindeutig zu höherwertigen Abschlüssen, insbesondere zur Hochschulreife, während besonders die Hauptschule immer weiter an Akzeptanz verlöre.

Schulentwicklungsplanung muss demzufolge dafür sorgen, dass allen Schülerinnen und Schülern der Weg zum Abitur offen steht – entweder am Gymnasium oder an der Gesamtschule. Dies gilt auch für diejenigen, die als so genannte Seiteneinsteiger nach Klasse 10 der Hauptschule oder der Realschule die Chance haben müssen, das Abitur zu machen. Es darf auch bei den Sekundarschulen keine Abweisungen oder Wartelisten geben.

Es ist an der Zeit, dass in Iserlohn das Recht des Kindes auf Zugang zu allen Bildungsgängen geachtet und der Elternwille respektiert wird, wie es das Schulgesetz des Landes fordert. Es sei von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, dass alle jungen Menschen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – die Chance bekommen, den besten für sie erreichbaren Abschluss zu erwerben. Eine solche Schulpolitik sei in hohem Maße auch eine Gesellschafts- und Sozialpolitik, die den sozialen Zusammenhalt, den Lebensstandard wie auch die demokratische Entwicklung der Gesellschaft sichere.

Marc Heilmaier, Stadtverbandsvorsitzender, hat angekündigt, im Frühjahr 2011 zu einem besonderen Bildungsparteitag einzuladen. Weitere Schwerpunktthemen sollen sein „Die Auswirkungen des demographischen Wandels für die Stadt“, „Soziale Gerechtigkeit am Beispiel der Rente mit 67“ sowie die Erörterung des Sozialberichts, sobald er von der Stadtverwaltung vorgelegt wird.