„Blau – Heiter bis Tödlich“

Iserlohn. (clau, 17.04.2010)

„Man muss dem Leben immer mindestens einen Whisky voraus sein“, so tönte einst einer der obercoolsten Leinwandhelden aller Zeiten: Der legendäre Humphrey Bogart. Auch Ruhrgebietsbarde Herbert Grönemeyer sang vom Alkohol in seiner Ballade „Männer“. Da heißt es aber: „Alkohol ist dein Sanitäter in der Not, Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot.“

Cool – oder fatal? Was ist denn der Alkohol für uns?

Dazu witzelt es allabendlich an unzähligen Theken im Lande „Zwischen Leber und Milz passt immer noch‘n Pils“. Die Volksweisheit dagegen zählt trocken nach: „Im Becher ersaufen mehr Leute als im Bach“. Der große Friedrich Schiller dichtete knapp auf die scharfen Sachen: „Ist der Branntwein im Manne, ist der Verstand in der Kanne“.

Aber so schlimm kann es doch gar nicht sein, denn auch das soll stimmen: „Man ist nicht betrunken, solange man am Boden liegen kann, ohne sich festzuhalten.“

Und selbst wenn, wär‘s denn schlimm? „So‘n Absturz hat doch jeder mal. Das kommt ja auch nur alle paar Wochen mal vor“, so die 16-jährige Nina als echtes Kind ihrer Zeit zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Die hier gesammelten Zitate entstammen der Wanderausstellung „Blau. Heiter bis Tödlich. Ansichten zum Umgang mit Alkohol“, die zur Zeit und noch bis Freitag, 23. April, in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Iserlohn am Schillerplatz zu sehen ist. Die von Studenten im Auftrag der DAK erarbeitete Folge von 29 Fotos und Bildern will zusammen mit solchen und ähnlichen Gedankensplittern bunt und schrill, geistreich und ohne erhobenen Zeigefinger dazu anregen, neu über Alkohol nachzudenken.

Andreas Düllmann als neuer Leiter des Servicecenters der DAK Iserlohn stellte Anfang dieser Woche die Wanderausstellung im Erdgeschoss der Sparkassenhauptstelle vor: „Begleitet wird das Ganze von einer Schulaktion unter dem Titel ,Bunt statt Blau‘. Wir hoffen, gerade angesichts des überhandnehmenden Komasaufens besonders unter Jugendlichen und innerhalb der Familien und Schulen ein Nachdenken anstoßen zu können.“

Michael Haupt, Marktbereichsleiter Privatkunden bei der Iserlohner Sparkasse als Gastgeber für die Ausstellung, zeigt sich beeindruckt: „Ich würde mich freuen, wenn ganze Schulklassen hier geschlossen durchziehen würden, um sich das anzusehen und darüber zu sprechen.“