Blauzungenkrankheit: MK in der Sperrzone

Blauzungenkrankheit: MK in der Sperrzone
Die Blauzungenkrankheit befällt auch Schafe. (Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis)

Märkischer Kreis. (pmk) Nach dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit in einem Rinderbestand in der Nähe von Bad Kreuznach gehört auch der Märkische Kreis zur eingerichteten 150-km-Sperrzone und ist somit Restriktionsgebiet.

In einem Rinderbestand in der Nähe von Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz ist die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) amtlich festgestellt worden, nachdem das Ergebnis des zuständigen Landesuntersuchungsamtes durch das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt worden war. Das wegen der Blauzungenkrankheit eingerichtete Restriktionsgebiet umfasst jetzt auch den Märkischen Kreis. Das teilt der Kreis mit.

Die Blauzungenkrankheit befällt vor allem Schafe und Rinder, aber auch Ziegen, Wildwiederkäuer und kamelartige Tiere. Sie ist für den Menschen vollkommen ungefährlich. Kreisveterinär Dr. Dieter Sinn: „Aufgrund der EU-Bestimmungen für die 150-km-Sperrzone gelten im gesamten Märkischen Kreis Einschränkungen für den Handel mit diesen Tieren.“ Empfängliche Tiere dürfen nur unter den bestimmten Bedingungen aus dem Sperrgebiet verbracht werden. Dies gilt auch für Samen, Eizellen oder Embryonen.

Keine Gefahr für den Menschen

Auch wenn der aktuelle Seuchenzug nur mit sehr gering ausgeprägten Krankheitsanzeichen einhergeht, sind diese oder der Verdacht darauf ebenfalls sofort beim Veterinäramt anzuzeigen. Dr. Dieter Sinn: „Schafe können gering bis stark ausgeprägte Symptome zeigen, bei Rindern und Ziegen verläuft die Erkrankung meist ohne eindeutig erkennbare Krankheitsanzeichen. Mögliche Symptome können sein: Fieber, Apathie, Zyanosen (Blaufärbung), Geschwüre und Nekrosen in Haut und Maulschleimhaut, an Lippen, Flotzmaul, Zitzen und Euter sowie an den Gliedmaßen mit eventuell einhergehender Lahmheit.“

Die Impfung empfänglicher Tiere gegen die Blauzungenkrankheit wird dringend empfohlen, da sie einen Schutz vor der Erkrankung bietet und den Transport von Tieren aus dem Restriktionsgebiet erleichtert. „Wer seinen Bestand gegen den aktuell grassierenden Serotyp 8 des Blauzungen-Virus schützen lassen möchte, kann sich an seinen Hoftierarzt wenden. Damit Tiere als geimpft gelten, muss die Impfung vom Tierarzt dokumentiert werden“, so der Kreisveterinär.

Hintergrund: Die Blauzungenkrankheit ist eine virusbedingte Infektion insbesondere der Rinder und Schafe. Bei Schafen kann die Krankheit akut verlaufen, während sie bei Rindern in der Regel ohne oder nur mit milden Krankheitssymptomen verläuft. Ziegen, Neuweltkameliden (z.B. Lamas oder Alpakas) und Wildwiederkäuer sind ebenfalls empfänglich. Das Virus wird über kleine, blutsaugende Mücken (Gnitzen) zwischen empfänglichen Tieren übertragen. Menschen können sich nicht anstecken.

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