Das Ende einer Bausünde

Eines der letzten Fotos, auf dem das Dach der Westertorpassage zu sehen ist. In den kommenden Wochen wird es verschwinden. Das versprachen jetzt Baudezernent Olaf Pestl (l.), Stadtplanerin Gabriele Bilke und Straßen- und Brückenfachmann Dirk Wiegand. (Foto: A. Schneider)

Iserlohn. (as) Die Erleichterung ist Baudezernent Olaf Pestl und Stadtplanerin Gabriele Bilke anzusehen: Es ist geschafft, es darf gehandelt werden. Eine der großen Bausünden der 70er Jahre wird aus Iserlohn verschwinden. Die Westertorpassage am Alten Rathausplatz wird zurückgebaut. Nicht irgendwann, sondern sofort. Schon in der kommenden Woche rollen Kräne und sonstiges schweres Gerät an. „Bis zur Eröffnung des Weihnachtsmarkts“, schätzt Dirk Wiegand, Leiter der Abteilung Straßen und Brückenbau bei der Stadt Iserlohn, wird das Gros der Arbeiten erledigt sein. Die Vorfreude ist groß auf den freien Blick von der Fußgängerzone aus auf die denkmalgeschützten Fassaden von Commerzbank und Gebäudezeile am Ohl. „Der Blick lässt die historische Achse wieder aufleben“, formuliert Olaf Pestl.

Was genau wird geschehen? Das Dach der Westertorpassage zwischen dem C&A- und dem ehemaligen „Fischer“-Gebäude wird verschwinden. Auch die Pfeiler, die diese Beton-Konstruktion tragen, werden nicht mehr gebraucht. Entfernt werden schließlich auch die beiden Rolltreppen.

Schon jetzt sind Baumaßnahmen am aktuellen Durchgang vom Alten Rathausplatz zum Kurt-Schumacher-Ring am „Fischer“-Gebäude vorbei zu erkennen. Diese Passage wird entfallen. Der Durchgang wird umbaut und künftig Teil der Ladenfläche des ehemaligen „Fischer“-Gebäudes werden.

Um nach wie vor eine Passage vom Alten Rathausplatz zum Kurt-Schumacher-Ring zu ermöglichen, entsteht dort, wo zurzeit noch die Rolltreppen ihren Dienst versehen, ein mehr als 17 Meter langer und über drei Meter breiter Steg. Noch gibt es an dieser Stelle zwar keinen Fußgängerüberweg über den Kurt-Schumacher-Ring, doch Dirk Wiegand macht allen Fußgängern Hoffnung: Im kommenden Jahr müsse ohnehin die Fahrbahn auf dem Brückenabschnitt verbessert werden. „Vielleicht“, überlegt er, „ist dann ein Überweg drin“.

Doch zurück zur Westertorpassage: Die Treppe neben den Rolltreppen bleibt erhalten. Das gilt auch für den verschlungenen Weg für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle.

Im Zuge der Arbeiten rund um die Westertorpassage will die Stadt Iserlohn zudem für einen besseren Zugang über den Westergraben sorgen. Es bleibt zwar steil, aber der Kopfsteinpflaster-Weg soll so bearbeitet werden, dass er leichter zu begehen ist.

Der Teilrückbau der Passage soll zwar schnell erledigt werden, ein paar Unannehmlichkeiten müssen Fußgänger und Autofahrer jedoch in Kauf nehmen. Während das Dach abgerissen wird, wird die gesamte Fußgängerunterführung (Westertorpassage/ Poth) gesperrt. In dieser Zeit müssen also Umwege über den Bilstein und die Heilig-Geist-Straße gelaufen werden. Auf dem Kurt-Schumacher-Ring wird die Busspur etwa drei Wochen gesperrt sein, um eine Gefährdung auszuschließen.