Der Iserlohner Zille: Buses humorvoller Blick

Iserlohn. (Red./clau) Heinrich Buse gehörte als Humorist,
Zeichner, Poet und Karikaturist zu den plattdeutsch-sprachigen Künstlern der
Waldstadt. Wegen seiner humorvollen heimatverbundenen Zeichnungen aus dem
Lebens-Alltag der Iserlohner wurde er oft mit Heinrich Zille oder sogar Wilhelm
Busch verglichen. Seine Werke zeichnen die typische Iserlohner Atmosphäre nach.
Buse gilt als einer der letzten Mundart-Heimat-Dichter Iserlohns. Ihm widmet
Marlis Gorki die nächste Folge der Wk-Reihe „Lebensbilder“.
Die ersten Anfänge
Heinrich Buse wurde 1889 als Sohn des gleichnamigen Drahtschneiders in der
Mendener Straße geboren. Nach dem Besuch der Südschule begann er 1904 eine Lehre
als Modelleur, Graveur und Ziseleur bei seinem Vetter Karl Nüsken. Schon während
seiner Lehrzeit fertigte er ab und zu Zeichnungen für die „Berliner Blätter“ an.

Nach seiner Militärzeit im Elsass kehrte er 1920 aus französischer
Gefangenschaft zurück. Fünf Jahre später heiratete er Ida Wilhelmine Volkenandt
und bekam 1928 einen Sohn.
Kunst-Handwerker
Anfang der 1930er Jahre versuchte Buse, sich mit Wilhelm Halfmann selbständig
zu machen. Sie betrieben eine Firma für Bronzewaren in der Langestraße 2. Im
Jahr 1939 schied Buse aus und arbeitete als selbständiger Zeichner und Grafiker.
Ab 1950 führte er in der Duesbergstraße 2, wo er auch wohnte, eine eigene
Gravieranstalt.
Buse muss auch Goldschmiedemeister gewesen sein. Die Handwerkskammer Arnsberg
ernannte ihn im Jahr 1948 als Beisitzer zum Meisterprüfungsausschuss im
Goldschmiedehandwerk und verlängerte diese Berufung mehrmals.
Viel Vergnügliches
Heinrich Buse beteiligte sich an den Vorbereitungen zur 700-Jahr-Feier
Iserlohns 1937. Sein Buch mit „Vergnaiglike Saken“ – „geschriewen und
geteichnet“ erschien im gleichen Jahr.
Von 1943 bis 1948 lehrte er an der Staatlichen Fachschule für Metallindustrie
und konnte so der Einberufung in den Zweiten Weltkrieg entgehen.
Viele seiner Werke erschienen seit 1949 regelmäßig in der Tageszeitung.
Später veröffentlichte er einige seiner Gedichte und Zeichnungen auch in den von
Fritz Kühn herausgegebenen Büchern „Heiteres Iserlohn“ und „Iserlöihner
Vertellkes“.
In bester Erinnerung
Viele seiner Arbeiten entstanden aus dem Stegreif oder für besondere
Gelegenheiten.
Bis heute gibt es leider nur einen Hinweis auf ein verschollenes
19-strophiges Gedicht über die Bewohner des Hohler Weges.
Heinrich Buse starb am 10. November 1966. Nach seinem Tode wurden noch einige
Ausstellungen seiner Werke in Iserlohn gezeigt, zuletzt 2011 im Stadtmuseum. So
bleiben seine Darstellungen des Alltagslebens als ein Stück heimischer Kultur-
und Wirtschaftsgeschichte in Erinnerung.


Anmerkung der Redaktion: Dieser Text wurde stark gekürzt. Das Original
hat Marlis Gorki aus diversen Quellen zusammengestellt. Sie freut sich über
Fragen oder Ergänzungen. Sie ist erreichbar unter Tel.
02371 / 32365.