Dorfleben im Zentrum: „Wohnen am Baarbach“

Ein Sturm namens „Thomas“ erlaubte am Donnerstag keinen symbolischen Spatenstich auf der Baustelle an der Gerichtsstraße. Stattdessen lud die IGW zum „Projektauftakt“ in ihre Geschäftsstelle ein. (Foto: Claudia Eckhoff)

Ein Sturm namens „Thomas“ erlaubte am Donnerstag keinen symbolischen Spatenstich auf der Baustelle an der Gerichtsstraße. Stattdessen lud die IGW zum „Projektauftakt“ in ihre Geschäftsstelle ein. (Foto: Claudia Eckhoff)

Iserlohn. (clau) Familiär leben wie auf dem Dorf – aber eben im Herzen der Innenstadt: Ein ungewöhnlicher Neubau an der Wallstraße/Ecke Gerichtsstraße macht das bald möglich. „Wohnen am Baarbach – Mitten im Leben“ lautet das Ziel. Wo einst die Firma Wortmann produzierte, entstehen jetzt zentrumsnah unter einem Dach 35 barrierearme Wohneinheiten und eine Kindertagesstätte am renaturierten Baarbach.

Die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (IGW) beginnt in der nächsten Woche mit den Gründungsarbeiten. Wohn- und Lebensraum für Kinder, Familien, Senioren, Singles, Alleinerziehende, Paare und Menschen mit und ohne Handicaps wird das viergeschossige, u-förmige Gebäude mit Staffelgeschoss bieten.
Gelebte Vielfalt
„Das Investitionsvolumen beträgt rund acht Millionen Euro“, erläuterte Olaf Pestl, Geschäftsführer der IGW, am Donnerstag beim offiziellen Auftakt des zukunftsweisenden Projektes.
Das städtebauliche Konzept hat Manfred Schmidt (Brüggemann-Schmidt Architekten) entwickelt. Im Erdgeschoss entsteht eine viergruppige Kindertagesstätte. Das Deutsche Rote Kreuz wird darin etwa 70 Kinder in je zwei Gruppen für Kleine unter und über drei Jahren betreuen.
Mit seinem modernen „Gesicht“ wird der Bau sich an die im Umfeld bestehenden Strukturen anlehnen. Der grüne Innenhof und das Außengelände der Kita wenden sich zum Baarbach. Die Straßenseite gliedern Balkone und großzügige Laubengänge, die Raum bieten für Begegnungen und einen Schwatz unter Nachbarn.
In den Obergeschossen entstehen barrierefreie Wohnungen unterschiedlicher Größen. Sozialer Wohnungsbau: Einige der Wohnungen sind öffentlich gefördert.
An alle gedacht
An alle Bedürfnisse wird gedacht: Es entstehen auch drei rollstuhlgerechte Wohnungen. In weiteren drei Wohngemeinschaftsgruppen verfügt sogar jedes Zimmer über ein eigenes Bad. Eine Kooperation mit dem Iserlohner „Wohnprojekt 170 Grad“ ist geplant. Diese Elternselbsthilfegruppe setzt sich ein für ein selbstbestimmtes Zusammenleben junger Menschen mit Behinderung.
Ganz oben im Staffelgeschoss befinden sich zwei Pent­house-Wohnungen mit etwa 120 Quadratmetern, ein Gemeinschaftsraum mit Dachterrasse für Feierlichkeiten und Aktivitäten, Gästezimmer und Abstellräume.
Beginen-Idee des Miteinanderwohnens
Die IGW arbeitet bei diesem Projekt ganz eng zusammen mit dem „Förderverein Iserlohner Beginenhof“, der ein generationenübergreifendes Konzept des Miteinanderwohnens verwirklichen will. Der Verein sucht Menschen und vor allem Frauen, die eigenständig, aber in gelebter Nachbarschaft zu einander leben wollen.
Einzug ab 2018 geplant
Der Rohbau wird voraussichtlich im April in Angriff genommen. Im Juni 2018 soll die Kita dem DRK übergeben werden können, die ersten Mieter werden im Herbst 2018 einziehen.
Ansprechpartnerin bei der IGW ist Daria Balk, Tel. 02371/ 793-135 oder E-Mail balk@igw-wohnen.de.