Iserlohn. (hc) Bis auf den letzten Platz – und darüber hinaus – waren die Zuschauerbänke bei der Ratssitzung am vergangenen Dienstag, 29. Mai, gefüllt.

Denn: Gleich zwei Themen, die die Öffentlichkeit beschäftigen standen auf der Tagesordnung. Das Parkhaus am Seilersee sowie die Problematik um die Obere Mühle 28.

Heiß diskutiert wurde in der jüngsten Vergangenheit, ob der Bau des Parkhauses am Seilerss nötig sei, oder eine von der CDU ins Spiel gebrachte Alternative doch sinnvoller ist. Der Rat sieht auf jeden Fall noch nicht alle Punkte so endgültig geklärt, als das er über diesen Bau abstimmen wollen würde. Deshalb wurde dem Antrag der FDP-Fraktion auf Verschiebung der Entscheidung angenommen – und dadurch etwas der Druck aus diesem Thema genommen.

Ganz anders bei der Oberen Mühle 28. Durch die zwangsweise durchgeführte Räumung der Immobilie kochten auf in den sozialen Medien immer wieder Gerüchte auf, dass die Stadt selbst an einer Übernahme mit anschließender anderer Verwendung des ehemaligen Fabirkgeländes liebäugelt.

Um ein deutliches Zeichen für die Bewohner und gegen diese Gerüchte zu setzen, verabschiedete der Rat eine Erklärung. Die Initiative kam dabei von der Fraktion der Linken, Änderungswünsche kamen unter anderem von der SPD. (Lesen Sie die Erklärung im Wortlaut im Text nebenan/oben)

Wie emotional dieses Thema ist, zeigte sich auch den Reaktionen der anwesenden Bewohner. Die ihren Frust mit Zwischenrufen Luft verschaffen wollten. Während die Linke forderte einen „Plan B zu haben“ (Manuel Huff), hofft die SPD in Person von Michael Scheffler: „…dass die Signale des Rates den Weg bis nach Menden finden werden“.

Angesprochen ist damit klar Besitzer Jörg Rodegra, der umfassende Brandschutzmaßnahmen noch weiter zu realisieren hat, ehe an einen Rückzug der Bewohner zu denken ist. Dass die Bewohner wieder zurückziehen, ist das erklärte Ziel, wie Bürgermeister Peter Paul Ahrend noch einmal bekräftigte. Harald Eufinger (Grüne) forderte noch einmal auf, dieses Stück „Wohnkultur“ zu erhalten. Die Bewohner der Oberen Mühle 28 hätten dort ihre Heimat gefunden auf eine andere Art, wie sie vielleicht „Normalbürger“ kennen, die sie aber unter keinen Umständen aufgeben wollen. Deshalb sei im Rahmen der „Sozialen Stadt“ eine Lösung für die derzeitigen Mieter nötig.