ERG Iserlohn will erneut auf den Rollhockey-Thron

Iserlohn. (tg) RSC Cronenberg, ERG Iserlohn und SKG Herringen – diese drei Vereine machten seit 2004 den Deutschen Rollhockey-Meister unter sich aus. Je fünfmal ging der Pott dabei an Cronenberg und Iserlohn, die auch in diesem Jahr Titelverteidiger sind, zweimal bestieg Herringen den Rollhockey-Thron. In diese Phalanx ist nun die IGR Remscheid eingebrochen und greift nach 23 Jahren erstmals wieder nach dem Meistertitel.
Dass in einem Finale stets die beiden besten Teams der Serie stehen, ist eine Binsenweisheit – die sich bei diesem Duell allerdings durch Zahlen auch untermauern lässt. So stellen die Remscheider mit 30 Toren die treffsicherste Mannschaft der Play-off-Serie, und mit U20-Nationalspieler Daniel Strieder (8 Tore) zugleich den gefährlichsten Angreifer. Mit Fabian Selbach und Youngster Alexander Ober haben zwei weitere Spieler in den vorangegangenen vier Partien bereits sechsmal ins Schwarze getroffen.
Demgegenüber fällt die Offensivbilanz des Titelverteidigers aus Iserlohn recht sparsam aus: Nur 15 Mal brachten die Westfalen die Kugel im gegnerischen Gehäuse unter, wobei fast die Hälfte der Treffer auf das Konto von Kapitän und Nationalspieler Sergio Pereira gingen. Der Trumpf des Iserlohner, die zum sage und schreibei 13 Mal seit 2003 im DM-Finale stehen, ist vielmehr die Defensive: Nur zehn Gegentore ließ der achtmalige Deutsche Meister in den Play-offs bislang zu – Remscheid musste dagegen schon 21 Tore schlucken. Mehr als alle anderen Teams, die es bis ins Halbfinale schafften.
Auf dem Weg in die Finalserie sind die Iserlohn im Gegensatz zu ihren Herausforderern noch ungeschlagen, wobei gegen Darmstadt (4:4/Viertelfinale) und Walsum (3:3/Halbfinale) jeweils auswärts nur ein Remis verbucht wurde. In der Fremde nicht ganz sattelfest waren auch die Bergischen, die im Viertelfinale in Cronenberg ebenfalls ein Unentschieden (6:6) hinnehmen mussten und im Halbfinale in Herringen sogar 4:7 verloren.
Daraus ergibt sich, dass der Heimergebnisse eine nicht unerhebliche Bedeutung für die beiden Mannschaften haben werden, denn sowohl der Iserlohner Hemberg, wo die Serie am Samstag um 15.30 Uhr startet, als auch der Remscheider Hackenberg (Sonntag, 15.30 Uhr) gelten als schwer zu nehmende Bastionen. Beide Mannschaften haben in der laufenden Serie daheim nur je eine Partie abgegeben – und dies in trauter Zweisamkeit jeweils gegen Walsum.
Und noch ein Blick auf das Personal: Iserlohn wird mit dem Handicap leben müssen, dass sich Trainer Jens Behrendt im zweiten Halbfinale in Walsum eine rote Karte einhandelte und somit für beide Endspiele gesperrt ist. Dagegen droht auf Remscheider Seite Maximilian Richter gegebenenfalls eine Sperre für Spiel 2 nach dritter blauer Karte, denn er hat in den vorherigen Partien schon zweimal auf der Strafbank Platz nehmen müssen. Ebenfalls vorbelastet gehen die Iserlohner Carlos Nunez, Sergio Pereira, Nils Hilbertz sowie Andre Costa und die IGRler Daniel Strieder und Yannick Peinke in die Endspiele. Sie alle haben in den Play-offs bereits einmal „Blau“ gesehen.
Spielplan:

  • ERG Iserlohn – IGR Remscheid, Sa., 15.30 Uhr, Sporthalle Hemberg
  • IGR Remscheid – ERG Iserlohn, So., 15.30 Uhr, Sporthalle Hackenberg