Escherich: Ein kreativer Kopf im grünen Bereich

Der Iserlohner Maler

Der Iserlohner Maler, Zeichner, Autor und langjährige Leiter des Garten- und Friedhofsamtes Oskar Escherich. (Quelle: Archiv Seltmann)

Iserlohn. (Red/clau) Der überzeugte Iserlohner Oskar Escherich war als Maler, Zeichner, Autor, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes und engagierter SPD-Politiker unermüdlich tätig und hat vielfältige Spuren in seiner Heimatstadt hinterlassen. Dafür bekam er 1981 die Ehrennadel der Stadt Iserlohn. Ihm widmet Marlis Gorki den heutigen Teil der Wochenkurier-Reihe „Stadtgeschichte in Lebensbildern“.
Lebensgefährliche Malerei
Mitten in der Altstadt am Schützenhof wurde Oskar Escherich 1913 geboren. Er besuchte die Volksschule und wurde später Elektromaschinenbauer. Er malte seit seinem 15. Lebensjahr.
Seine Eltern waren Sozialdemokraten, deshalb musste die Familie während der NS-Zeit möglichst unauffällig leben. Doch der junge Escherich fiel mit seiner Malerei den Machthabern unangenehm auf. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn 1943 wegen „Volksverhetzung“ zum Tode, begnadigte ihn dann aber und schickte ihn zur sogenannten „Frontbewährung“ an die Ostfront.
Die Stadt gestalten
Er überlebte und wurde nach dem Krieg 1945 Leiter des Garten- und Friedhofsamtes. Bis 1978 nahm er in dieser Funktion an städtebaulichen Erkundigungen in ganz Europa teil. Er arbeitete mit in Vorbereitungslehrgängen für das Studium „Städtebau“ bei Professor Itten, einem anerkannten Frab-Theoretiker und Maler in Bauhaus-Tradition. Escherich erwarb sich so einen guten Ruf als Fachmann für Grünplanung und Farbgestaltung.
Leidenschaft fürs Grün
In Iserlohn kämpfte Oskar Escherich buchstäblich um jede Grünfläche und pflanzte unzählige Straßenbäume. Er gestaltete die Bereiche am Rupenteich, am Seilersee und auf der Alexanderhöhe.
Besondere Zuwendung ließ er dem Iserlohner Hauptfriedhof angedeihen. Er „schuf aus einem zuvor verwilderten Friedhof eine Parklandschaft die, einem großen Garten gleich den Wechsel der Jahreszeiten, mal besonnt und mal trüb-dunkel widerspiegelt“ hieß es lobend zu seinem 25. Dienstjubiläum. Escherich selbst schuf Skulpturen für den Friedhof etwa für die Oper der Iserlohner Revolution (1848/49) oder für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Aus seiner Werkstatt stammt auch die kleine Esels-Plastik am ehemaligen Eselsweg, die ursprünglich als Packtaschen bunte Blumenkübel trug und von kleinen Wasserfontänen umkränzt wurde.
Einen Blumenschmuck-Wettbewerb um die „Goldene Gießkanne“ rief Oskar Escherich 1953 ins Leben. Damit motivierte er die Iserlohner, für Blumenschmuck an ihren Häusern und Geschäften zu sorgen. Die jeweiligen Gewinner erhielten nicht nur eine Urkunde, sondern immer auch ein Gemälde von Oskar.
Maler und Autor
Er malte zeitlebens in Öl oder mit Aquarellfarben. Seine Bilder sollten Naturstimmungen einfangen und Iserlohner Stadtanasichten wiedergeben.
An der Volkshochschule gab Oskar Escherich Malkurse. In seinem Atelier in der Friedrichstraße trafen sich viele seiner Malschüler. Etliche Iserlohner haben bis heute einen echten „Escherich“ am der Wand hängen. Viele besitzen auch sein Buch „Oskar und sein Iserlohn“. Seine Geschichten aus dem alten Iserlohn wurden erst in der Tageszeitung veröffentlicht und später mit Fotos und vielen seiner Zeichnungen als Buch herausgebracht.
Später veröffentlichte er einen kleinen Lyrikband und mit Gretel Köpke ein Kochbuch unter dem Titel „Waldstadt-Menü“ mit vielen Rezepten garniert mit Escherich-Bildern.
Nach einem Schlaganfall mit 84 Jahren musste Oskar Escherich im Rollstuhl sitzen. Er starb 1998.