Für Beate Evers hört der Markt nie auf

Iserlohn. (clau) Für Beate Evers, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, ist fast das ganze Jahr über Weihnachtsmarkt angesagt. Außer im Februar vielleicht, da kann auch sie als Organisatorin des weihnachtlichen Hüttendorfes in der Iserlohner Innenstadt es sich erlauben, kurzfristig einmal nicht an Glühwein, Tannengrün und Lichterketten zu denken.

Soeben ist der diesjährige Weihnachtsmarkt am Donnerstagabend auf dem Alten Rathausplatz durch Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens – musikalisch untermalt von den Iserlohner Stadtmusikanten – feierlich eröffnet worden.

Damit ist für die Leiterin der Stadtinformation und Geschäftsführerin des City-Managements nach wochenlanger Vorbereitungszeit aber der Stress längst nicht vorbei: „Man weiß einfach nie, was passiert. Wir haben ja viele Programmpunkte. Und unser Sicherheitsdienst soll sich im Ernstfall sofort bei mir melden. Also liegt in den nächsten vier Wochen bis zum Abbau am 27. Dezember auch nachts immer ein Handy neben meinem Kopfkissen.“

Rund elf Monate im Jahr ist Beate Evers mal mehr, mal weniger mit dem Iserlohner Weihnachtsmarkt beschäftigt.

Nach dem Markt ist vor dem Markt

„Schon im Januar bestelle ich in Brilon im Hochsauerland die Tannenbäume für den nächsten Weihnachtsmarkt“, erzählt Beate Evers. „Immerhin gehören wir mit rund 300 Bäumen zu den Großabnehmern. Da muss ich auf der sicheren Seite sein.“

Im Januar ist es auch Zeit, aufzuräumen und Bilanz zu ziehen für den soeben abgelaufenen Weihnachtsmarkt. Da wird die Kalkulation erstellt, alles abgerechnet und Inventur gehalten.

Im Februar gönnt sich Beate Evers gewöhnlich eine Atempause nach anstrengenden Wochen.

„Man reibt sich schon sehr auf und ärgert sich auch oft“, sagt sie. „Aber die Organisation des Weihnachtsmarktes macht trotzdem viel Freude. Es ist ein Job, den ich wirklich gern mache.“

Aufregender Anfang

Beate Evers hat fast das ganze Jahr über Weihnachten. (Foto: wochenkurier)

Am schlimmsten war es in ihrem ersten Jahr vor drei Jahren. „So ganz ohne Erfahrungen war das nervenaufreibend“, sagt sie rückblickend. „Damals mussten wir von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mit unseren Partnern von Life-Project zusammen mit den Schaustellern, dem Förderverein der Bauernkirche und den Einzelhändlern erst ein Motto finden, ein Konzept erarbeiten, die Dekoration entwickeln, die Figuren anschaffen und die eigenen Hütten erstellen.“

All das steht nun und hat sich bewährt. Auch das Motto „Märchenhaftes Iserlohn“ ist geblieben und wird von den Iserlohnern geschätzt.

„Sieht das schön aus!“

„Es ist für uns ein riesiges Lob, wenn die Menschen – und vor allem Kinder – uns ansprechen und sagen ‚Sieht das aber schön aus‘ oder ‚Toll habt ihr das gemacht‘. Wenn wir das hören, wenn zudem die Schausteller und die Einzelhändler zufrieden sind und nichts Schlimmes passiert, dann ist aus unserer Sicht alles super gelaufen“, beschreibt Beate Evers den Idealfall.

Im Hintergrund

Etliche Menschen werkeln im Hintergrund daran mit, dass das Großprojekt gelingt. In den Tagen vor der Eröffnung schuften rund 15 Männer – Ein-Euro-Kräfte und über Zeitarbeitsfirmen engagierte Helfer – allein auf dem Alten Rathausplatz. Sven Wiedemeyer vom Iserlohner Veranstaltungsservice Life-Project flitzt in Eile zwischen Rathaus und Bühne hin und her, immer tausend Dinge im Hinterkopf und dauernd das Handy am Ohr. Aber auch er dirigiert nicht nur, sondern packt mit an, wo er gebraucht wird.

„Oft genug kommen wir abends heim wie die Müllmännchen vom Dienst“, lacht Beate Evers. „Voller Sägespäne, voller Rindenmulch und Tannennadeln.“ Vor wenigen Tagen noch hat das Organisatoren-Team die 200 Päckchen in Goldpapier gewickelt, die traditionell die Bäume schmücken: „Und die Kolleginnen von der Stadtinformation haben zwischendurch immer mal wieder nach und nach die 200 Schleifen dafür gemacht!“

Alles nach Plan

Seit Oktober fragt Beate Evers allmählich bei allen Beteiligten ihren Ablaufplan ab: „Der Plan steht. Den müssen wir nur noch abarbeiten.“

Seit Anfang November aber, seit kurz vor dem Aufbau, schläft sie nur noch schlecht und hat immer einen Zettel und einen Stift neben dem Bett liegen. An tausend Kleinigkeiten ist zu denken. Allein während des Interviews mit dem wochenkurier geht andauernd ihr Handy: Hier fehlt ein Schlüssel. Dort steht ein Bagger nicht zur Verfügung. Ab wann gibt es den Sicherheitsdienst? Können noch fix sechs Vier-Meter-Stämme herbeigeschafft werden? Was ist mit dem kaputten Mülleimer neben der Grillhütte? – So geht es in einem fort.

Anfang dieser Woche war sie recht zufrieden: „Wir sind gut im Zeitplan. Und erstmals gibt es endlich eine kleine Erweiterung des Weihnachtsmarktes die Unnaer Straße hinunter.“

Viele bekannte Iserlohner Schausteller-Familien sind mit von der Partie: Die Miglis und die Wendlers etwa sind bestens gerüstet für ihr „Winterlager“ auf dem Alten Rathausplatz.

Das Bühnenprogramm steht und die Flyer liegen überall aus. Es weihnachtet.

Und im Sommer? Beate Evers lacht: „Da holen wir Nikolaus, Rehe, Hasen und Konsorten wieder aus der Lagerhalle. Denn erst dann können wir sie ordentlich sauber machen und reparieren.“