Hat Osterhold seinen Freund Vogt gemalt?

Iserlohn. (as) Fast zwei Jahre liegt es zurück, dass der Wochenkurier ein Bild von Adolf Osterhold veröffentlicht hatte – verbunden mit der Frage: Wer ist der abgebildete Mann? Walter Becker, Eigentümer des Gemäldes, hatte sich damals gefragt, welchen Iserlohner der Künstler hier wohl abgebildet hatte. Nach langer Zeit hat sich nun Dr. Krista Osterhold-Junker beim Wochenkurier gemeldet. Die Enkelin des Iserlohner Malers, die seit langem in Süddeutschland lebt, glaubt, in dem markanten Kopf den Iserlohner Künstler Carl Willy Vogt erkannt zu haben. „Die beiden waren eng befreundet“, sagt die Ärztin.

Das Bild zeigt einen Mann mit Brille und Pfeife, vertieft in ein Schriftstück mit dem Überschrift „Leerlohn“. „Vielleicht machen sich Osterhold oder der Abgebildete über die städtischen Finanzen lustig“, vermutete Walter Becker. Er hatte recherchiert: „Es sieht aus, als wäre das Bild auf der Wiemer gemalt worden.“ Nur das Rätsel um den abgebildeten Herrn konnte Becker nicht lösen. Weder Götz Bettge, früher Stadtarchivar in Iserlohn, noch Marlis Gorki, die sich intensiv mit bekannten Iserlohner Persönlichkeiten beschäftigt hat, konnten ihm weiterhelfen.

Den Mann mit dem weißen Haarkranz, den Adolf Osterhold einst vor Iserlohner Kulisse gemalt hatte, schien niemand zu kennen.

Oder doch? Dr. Krista Osterhold-Junker ist überzeugt: „Das muss Willy Vogt sein.“ Mit dem Bild, auch davon geht sie aus, „macht er sich sicherlich lustig über seinen alten Freund“. Adolf Osterhold und Carl Willy Vogt – die beiden Herren scheinen sich gerne geneckt zu haben.

Im Gespräch mit dem Wochenkurier erinnert sich Krista Osterhold-Junker an die vielen Freunde und Weggefährten, die bei ihrem Großvater ein und aus gegangen sind. „Als Kind, ich muss vier Jahre alt gewesen sein, hab ich mich ins Treppenhaus geschlichen und den Debatten der Herren gelauscht“, erinnert sie sich. Heimlich hat sie zugehört. Hat erfahren, wie die Runde heiß über ihre Heimatstadt diskutierte und beileibe nicht alles gut fand, was im Rathaus ersonnen wurde. Wehe, sie wäre erwischt worden. Krista Osterhold-Junker: „Mein Großvater konnte ein gestrenger alter Herr sein.“