Henkelmann kommt an

Iserlohn. (clau) Die ersten Iserlohner Henkelmann-Tage mit Live-Musik und Eintopf-Genüssen verbuchen die Veranstalter als Erfolg. Bei warmem Herbstwetter strömten die Menschen in Scharen durch die Stadt und fanden sich neugierig auch bei den Zelten auf dem Marktplatz ein.

„Es herrschte an allen Tagen eine gute, ganz besondere Stimmung“, so Sven Wiedemeyer von Live Project. „Die Leute haben die Lagerfeuer-Atmosphäre mitten in der Stadt genossen. Es wurde fleißig Stockbrot am Feuer gebacken und zur Musik gewippt und geschunkelt. Die Wirte waren teilweise bis zu drei Mal am Tag ausverkauft.“

Für die vier Wirte, die sich auf das Abenteuer Henkelmann-Tage eingelassen haben, hat es sich gelohnt. Mehr als 3.500 Portionen Eintopf gingen über die Theken. Alle vier Gastronome wollen sich im nächsten Jahr in höherem Maße an den Kosten beteiligen. Ein fünfter und sechster Wirt sind bereits im Gespräch.

Es war ein Experiment – und eine Premiere. Mit einer beachtlichen fünfstelligen Summe ist das City-Management in Vorleistung getreten, um die Henkelmann-Tage anzuschieben. Beate Evers als Geschäftsführerin des Vereins erklärt: „Wir wollten zeigen, wie wir die Mitgliedsbeiträge sinnvoll einsetzen, um mit unseren Aktionen die Stadt mit Menschen zu füllen und so den örtlichen Einzelhandel zu unterstützen.“

Die vier verkaufsoffenen Sonntage im Jahr sind mittlerweile zwingend an eine begleitende Veranstaltung genknüpft. So will es der Gesetzgeber. „Keine Veranstaltung – kein verkaufsoffener Sonntag. So einfach ist die Rechnung“, erklärt Beate Evers. „Die neuen Henkelmann-Tage sind deshalb extrem wichtig im Iserlohner Veranstaltungsreigen, um die vier verkaufsoffenen Sonntage auch im nächsten Jahr durchzubekommen.“ Der Rat der Stadt muss die Veranstaltungen, die auf öffentlichen städtischen Flächen stattfinden, erst bewilligen.

Zur Finanzierung der Henkelmann-Tage 2016 werden Sponsoren aus dem Handel gebraucht. Da werden also beizeiten die entsprechenden „Bettelbriefe“ rausgehen.

Handel muss sich bekennen

„Der Handel muss sich bekennen“, meint Sven Wiedemeyer. „Hier zeigt es sich wieder, dass es sinnvoll ist, Mitglied im Iserlohner City-Management zu sein, denn dann kann man mitreden und Einfluss nehmen auf die öffentlichen Veranstaltungen, die schließlich im Interesse des Einzelhandels geplant und durchgeführt werden.“

Iserlohn müsse sich positionieren, seine Stärken herausarbeiten, sich als urbane Einkaufsstadt ein unverwechselbares Gesicht geben, um selbst zu bestimmen, wohin die Reise im Zeitalter des Internet-Shoppens am Ende geht.

Henkelmann-Tage auch 2016

Es sei nicht genug, das eigene Schaufenster zu dekorieren. Jede Stadt müsse als Einkaufsort bei den eigenen und auswärtigen Käufern Emotionen wecken, ihnen eine verlockende Geschichte anbieten können wie eben etwa Henkelmann-Tage.

Um die vier verkaufsoffenen Sonntage 2016 ringt das Iserlohner City-Management im Moment noch. Der Januar-Sonntag ist schon verloren. Hier fehlt (noch) die zündende Idee, den verkaufsoffenen Sonntag in ein Thema einzubetten. Um den Mai-Sonntag mit Autosalon wird gerade gekämpft. Der erste Sonntag im Mai, traditionell Autosalon-Tag, ist nämlich Muttertag. Da zögert die Iserlohner Politik. „Ein Drama“, seufzt Beate Evers.

Aber ein verkaufsoffener Sonntag steht schon: Der November-Sonntag mit Henkelmann-Tagen.

Dann, so hoffen die Veranstalter, wird auch die geplante Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Henkelmann zum Tragen kommen. Auf dem Speiseplan wird jedenfalls wieder stehen, was einst im berühmten Henkelmann-Gefäß mit zum Arbeitsplatz genommen wurde