Illegales Chemielager komplett geräumt

Iserlohn. (pmk) Das Gelände des illegalen Chemielagers der Firma WEKA an der Köbbingser Mühle 13 in Sümmern ist vollständig geräumt und „besenrein“ an die Polizei übergeben worden. Das teilt der Fachdienst Technischer Umweltschutz des Märkischen Kreises mit. Die Kosten für die Räumung sowie den Sicherheitsdienst belaufen sich auf mehrere Hunderttausend Euro. Dazu kommen noch geschätzte 12.000 Euro für die ständige Brandwache, die von der Berufsfeuerwehr Iserlohn gestellt wurde. Mit der restlosen Räumung des Lagers geht für die Menschen in Iserlohn-Sümmern eine mehr als zweieinhalb Jahre dauernde Zeit der Sorge zu Ende.

Zur Erinnerung: In der Nacht zu Donnerstag, 23. Juli 2009, war es auf dem Gelände der Firma WEKA im Iserlohner Industriegebiet Rombrock zu einem Großfeuer gekommen. Dabei entstand ein geschätzter Sachschaden von knapp 100 Millionen Euro, ein Mitarbeiter kam ums Leben. Anfang August 2009 war auf dem einige Hundert Meter entfernten WEKA-Gelände an der Köbbingser Mühle 13 ein illegales Chemielager entdeckt worden. Auf dem Außengelände und in der Lagerhalle waren 1.600 Container mit unbekannten Chemikalien gelagert. Eine Genehmigung für dieses Lager gab es nicht.

Mitarbeiter der Firma Dürr entsorgen die letzten Fässer vom WEKA-Gelände. (Foto: pmk)

Nach monatelangen Auseinandersetzungen, auch gerichtlicher Art, mit der entsorgungspflichtigen Person, begann der Märkische Kreis im Zuge der Ersatzvornahme am 30. August 2010 mit der Räumung des Lagers. Auslöser war erneut ein Großeinsatz der Feuerwehr Iserlohn. Bei einer Besichtigung waren zwei leckgeschlagene Container entdeckt worden, aus denen eine unbekannte Flüssigkeit auslief. „Weil Gefahr im Verzug gesehen wurde und nicht sicher war, dass nicht noch mehr Container undicht waren, wurde im Auftrag des Kreises mit der Räumung des Lagers begonnen“, erinnert sich Markus Geisbauer, Fachdienstleiter Technischer Umweltschutz beim Märkischen Kreis. Erstmals sahen die Menschen in Sümmern, dass sich konkret etwas tat.

Insgesamt 25 Arbeitstage lang, verteilt auf mehrere Monate, waren die Mitarbeiter der Entsorgungsfirma Dürr vor Ort damit beschäftigt, die 1.600 Container und etwa 20 Paletten Feststoffe abzutransportieren. Jedes einzelne Gebinde wurde zuvor beprobt, analysiert und dokumentiert. Es mussten Unternehmen gefunden werden, die willens und in der Lage waren, die Abfälle ordnungsgemäß zu verwerten oder zu beseitigen. Deshalb wurde neben der Arbeit vor Ort Zeit für die Analytik, Beurteilung der Stoffe und die zulässigen Entsorgungswege benötigt.

Dank der hervorragenden Arbeit der mit der Räumung beauftragten Firma Christan Dürr GmbH aus Lauda-Königshofen sowie der reibungslosen Zusammenarbeit mit den Entsorgern Lobbe und Remondis, aber auch mit der Feuerwehr Iserlohn, der Polizei, der Stadt Iserlohn und des stets beteiligten Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW sowie des Arbeitsschutzes der Bezirksregierung Arnsberg ist es zu keinerlei Unfällen gekommen. Am 25. Februar 2011 wurde die Halle besenrein an die Polizei übergeben.

Die Akte WEKA kann beim Märkischen Kreis aber noch nicht geschlossen werden. Vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg sind noch vier unterschiedliche Klageverfahren anhängig. Ob und wann jeweils eine Entscheidung fällt, ist noch nicht abzusehen. Offen bleibt auch die Frage, ob der Märkische Kreis und die Stadt Iserlohn ihre Kosten von der entsorgungspflichtigen Person erstattet bekommen.