Info-Tag zur Betreuung will die Ängste nehmen

Zum Informationstag der städtischen Betreuungsstelle der Stadt Iserlohn laden (v.l.) Sybille Ihlbrock

Zum Informationstag der städtischen Betreuungsstelle der Stadt Iserlohn laden (v.l.) Sybille Ihlbrock, Thorsten Klein, Sabine Loosen (Bereichsleiterin Soziales) und Melanie Meyer zusammen mit Christa Wiese vom Betreuungsverein der Diakonie am Donnerstag,

Iserlohn. (clau) „Betreuung ist keine Entmündigung“ heißt die Botschaft. Die Angst vor einer rechtlichen Betreuung aus den Köpfen nehmen will ein Informationstag der Betreuungsstelle der Stadt Iserlohn und ihrer Partner, der am Donnerstag, 11. Mai, von 10 bis 17 Uhr im Foyer des Rathauses am Schillerplatz stattfinden soll.
„Wir möchten mit Vorurteilen und Ängsten zum Thema Betreuung aufräumen und zeigen, welche hervorragende Arbeit in diesem Bereich von verschiedenen Stellen geleistet wird“, sagt Sybille Ihlbrock von der Betreuungsstelle der Stadt Iserlohn.
Durch alle Altersstufen
Ein Betreuer übernimmt im Notfall die Verantwortung für die rechtlichen Angelegenheiten eines anderen Menschen. Vor allem Ärzte, Juristen oder Sozialpädagogen können diese Aufgabe sogar beruflich übernehmen. Sie benötigen dann Zusatzqualifikationen, müssen ihre Finanzen offenlegen und über einen hervorragenden Leumund verfügen. Das Gesetz sieht aber vor, dass in erster Linie ein Angehöriger ehrenamtlich für den zu betreuenden Menschen einspringt.
Ein Notfall, der eine rechtliche Betreuung nötig macht, kann jederzeit für jeden eintreten, egal wie alt er ist, etwa nach einem Schlaganfall oder aber auch nach einem Unfall. „Das ist durchaus kein Thema nur für Senioren“, betont Sybille Ihlbrock. „Das geht durch alle Generationen. Wir haben mit allen Altersstufen zu tun.“
Jeder ab 18 Jahren sollte vorsorgen
Wer sich nicht mehr selbst kümmern kann, braucht einen Stellvertreter, der zuverlässig etwa seine Finanzen regelt oder schriftliche Dinge wie beim Amtsgericht übernimmt. Eine Vorsorgevollmacht ist daher für jedermann schon ab dem 18. Lebensjahr wichtig. Ein solches Papier regelt die rechtliche Betreuung im Fall eines Falles. Ohne ein solches Papier ist es selbst für Ehepartner oder Eltern oder gar Lebensgefährten kaum möglich, die Rechte des ihren nahestehenden Menschen wahrzunehmen, sobald er eben erwachsen ist. Jeder über 18-Jährige sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen und für seine Zukunft im Notfall gut durchdacht vorsorgen.
„Solch eine Vorsorgevollmacht ist letztlich aber auch nur ein Wunschzettel, der sich am Ende vielleicht gar nicht verwirklichen lässt“, gibt Sybille Ihlbrock zu bedenken. „Die Betreuungs-Fälle sind ganz unterschiedlich komplex. Das reicht von der Heimunterbringung des Patienten an und Auflösung seiner Wohnung bis zu komplizierten Erbangelegenheiten, Firmenverwaltungen oder gar Firmenauflösungen.“
Infos, Gespräche und Vorträge
Zum Informationstag im Rathaus sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die Familienangehörige, Freunde oder auch fremde Menschen bereits rechtlich unterstützen, sich darauf vorbereiten oder einfach nur informieren möchten.
Die Betreuungsstelle der Stadt Iserlohn stellt an diesem Tag ihr Beratungsangebot vor. Der Betreuungsverein der Diakonie informiert über seine Arbeit mit ehrenamtlichen rechtlichen Betreuern und auch Berufsbetreuer berichten aus ihrem Alltag.
Daneben gibt es eine ganze Reihe von Vorträgen zu Themen wie „25 Jahre Betreuungsrecht – Was hat sich geändert“ (NRW-Justizminister Thomas Kutschaty), zu Demenz, zum „Recht am Lebensende“, zum „ambulanten betreuten Wohnen“ oder zu „Geld, Konsum, Schulden“.
Der Flyer liegt an vielen öffentlichen Stellen, Apotheken oder Pflegeheimen aus. Ansprechpartner im Rathaus ist Sybille Ihlbrock, Tel. 02371 /  217-2215.