Iserlohn Kangaroos mit Respekt vor den Gequos

Ruben Dahmen, hier im Spiel gegen Leverkusen, ist auch heute am Ball, wenn die Iserlohn Kangaroos auf die Gequos aus Karlsruhe treffen. (Foto: Daniela Fett)

Iserlohn. Es war eine Woche der Fassungslosigkeit und der Trauer. Matthias Grothe ist tot. Der Mann, der wie kein zweiter den Basketball-Sport in Iserlohn und in Hagen geprägt hat, hat seinen letzten Kampf gegen den Krebs verloren. Matthias Grothe starb am Morgen des 31. Oktobers.

Lange hat man bei den Kan­garoos gerungen. Doch schließlich hatten sich die Iserlohner Zweitliga-Basketballer entschieden, am gleichen Abend beim Meisterschaftsspiel gegen die EN Baskets anzutreten. Das Team wollte für seinen ehemaligen Erfolgstrainer spielen, für Matze Grothe. Ein letztes Mal. Dass die Kangaroos mit 84:82 im Derby gewinnen konnten, war schließlich zweitrangig. Es war ein emotionaler Abend, der noch im Rückblick für Gänsehaut sorgt.

Aufsteiger hat überzeugt

Am Samstag, 4. November, wartet die nächste sportliche Herausforderung auf die Iserlohn Kangaroos: Zum Abschluss der englischen Woche der 2. Basketball-Bundesliga ProB empfangen sie um 19.30 Uhr die KIT SC Gequos in der Hembergfestung. Der Aufsteiger aus Karlsruhe wartet noch auf seinen ersten Sieg in der neuen Spielklasse.

Erst Anfang Juni kam für die Gequos die erlösende Nachricht der Liga, dass sie ihre ProB-Lizenz ohne Auflagen erhalten haben. Seitdem wird in Karlsruhe fleißig gearbeitet, um sich in der neuen Spielklasse halten und etablieren zu können.

Der Neustart hat indes bislang nur, teils bittere, Niederlagen bereitgehalten. Vier Mal haben die Karlsruher mit sieben oder weniger Punkten das Nachsehen gehabt. Gerade gegen TG s.Oliver Würzburg (56:58) und die Fraport Skyliners Juniors (70:73) haben die Gequos an ihrem ersten Erfolgserlebnis geschnuppert. „Irgendwann wird Karlsruhe das erste Spiel gewinnen, das steht für mich außer Frage. Aber wir werden alles daransetzen, dass es nicht schon am Samstag soweit ist“, sagt Kangaroos-Manager Michael Dahmen.

Das Iserlohner Team müsse zeigen, dass es aus dem knappen Erfolg gegen Würzburg (77:76 n.V.) und der Overtime-Niederlage in Frankfurt gelernt habe, sagt Dahmen. Ebenso betont er: „Wichtig ist, dass wir unsere Fehler weiter minimieren, dass wir unser Spiel spielen.“ Klappt das, sei er optimistisch, den sechsten Saisonsieg mit dem Team bejubeln zu können.

Die Gäste um Coach Traivon Morgan werden offensiv vom kroatischen Shooting Guard Luka Drezga angeführt. 17,6 Punkte legt der 31-Jährige bislang durchschnittlich auf. Unterstützung bekommt er vom US-Amerikaner Jeremy Black (10 Punkte, 8,3 Rebounds), dem Niederländer Chaed Wellian (10) und Benjamin Kaufhold (7,6). „Wenn man sich die Ergebnisse der Gequos anguckt, wird schnell klar, dass wir ihnen ohne Zweifel mit Respekt begegnen müssen. Den Sieg fahren wir nicht im Vorbeigehen ein“, sagt Michael Dahmen. Von einem Pflichtsieg könne nicht einmal im Ansatz die Rede sein.

Hemberg-Festung verteidigen

Verzichten müssen die Kan­garoos bei der Rückkehr in die Hembergfestung am heutigen Samstag weiterhin auf Kapitän Joshua Dahmen. Er muss aufgrund seiner Sprunggelenksverletzung passen. Ansonsten sind die Kangaroos komplett. Und werden trotz der angespannten Situation unter der Woche alles in die Waagschale werfen, um die Festung erfolgreich zu verteidigen.