Iserlohn wird hitzig über Heizkosten

Iserlohn. (Red.) Beim Thema Heizen geht es hitzig zu. Zur Zeit geben sich bei der Verbraucherzentrale Iserlohn die Ratsuchenden die Klinke in die Hand. Viele können sich nicht erklären, warum trotz des milden Winters die Rechnung im Vergleich zum Vorjahr so hoch ausfällt.

Martin Wulf, Energieberater der Verbraucherzentrale, und sein Kollege Bernhard Oberle gehen den Beschwerden mit detektivischem Gespür nach. Ganz unterschiedliche Gründe können hinter der hohen Rechnung stecken. Technische Mängel können schuld sein: Steht ein Thermostatventil auf Null und wird der Heizkörper trotzdem warm, gilt es unverzüglich den Vermieter zu informieren. Andererseits: Wurde der Verbrauch länger nur geschätzt und dann wieder tatsächlich abgelesen, kann es ebenfalls zu ernüchternden Rechnungsbeträgen kommen.

Von Winter bis Winter

Aber meistens liegt der Fall anders. „Zunächst einmal vergessen die Leute gern, dass sich der Abrechnungszeitraum auch über den frostigen Januar und Februar des Vorjahres erstreckt und nicht nur über die ungewöhnlich milde Vorweihnachtszeit“, so Martin Wulf.

Die hohen Preise an sich sind der eine Faktor der Heizkosten. Der andere ist die eigene Disziplin. „Jedes Grad Temperatur macht sechs Prozent der Heizenergie aus“, erklärt Martin Wulf.  „Wer im Winter seine vier Wände so heizt, dass er es in T-Shirt und kurzer Hose angenehm hat, muss am Ende halt die Zeche zahlen.“

Auch der richtige Umgang mit den modernen Hightech-Heizkörpern will gelernt sein. Wer weiß schon, dass der Thermostatknopf bei „3“ auf 20 Grad programmiert ist und bei „5“ auf satte subtropische 28 Grad? Richtiges Lüften ist genauso eine Kunst: Dauerhaft gekippte Fenster fressen unnötig Heizenergie und begünstigen Schimmelbildung. Wer meint, mit Energiesparlampen zu sparen, aber gleichzeitig den Heizlüfter laufen lässt, hat am Ende nichts gewonnen, sondern zahlt noch drauf.

Guter Rat von Experten

Wer Rat braucht, kann mit seiner Rechnung zur Beratung in die Verbraucherzentrale in die Alte Post am Theodor-Heuss-Ring 5 kommen. Termine gibt es unter Tel. 02371/ 2194101. Die Begutachtung des Zahlenwerks kostet 5 Euro. Noch sinnvoller ist der sogenannte Basis-Check. Dann beraten die Fachleute die Verbraucher für 10 Euro in den eigenen vier Wänden.

Einkommensschwache Haushalte bekommen den Service sogar kostenlos. Im Gespräch werden die Heizkostenpreise, rechtliche Aspekte wie die Laufzeit der Verträge und die Kündigungsfristen beleuchtet, aber auch die eigenen Heizgewohnheiten.

Guter Rat zum Schluss: „Abschläge nie senken!“, sagt Martin Wulf. „So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man doch einmal in den Genuss einer Erstattung kommt!“