Iserlohns Bürgermeister zeigt Flagge

Iserlohn. Es ist ein sichtbares Zeichen für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Die Stadt Iserlohn setzte jetzt die Flagge der „Bürgermeister für den Frieden“ (Mayors for Peace). Der weltweite Verband Mayors for Peace fordert mit dem Flaggentag den Verhandlungsbeginn für einen Verbotsvertrag von Atomwaffen.

Das internationale Städtenetzwerk „Mayors for Peace“ wurde im Jahr 1982 gegründet und geht auf die Initiative der Städte Hiroshima und Nagasaki zurück. Heute gehören dem Netzwerk mehr als 6.000 Städte in 158 Ländern an. Damit vertritt Mayors for Peace gegenüber den Vereinten Nationen und den Regierungen der Welt mehr als eine Milliarde Menschen, wenn es um die Umsetzung der Vision einer atomwaffenfreien und friedlichen Welt geht. Bereits 1991 wurde die Konferenz beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation registriert.

In diesem Jahr können sich in Deutschland bereits 126 Städte und Gemeinden am Flaggentag beteiligen. Iserlohn ist seit 1985 als eine der ersten deutschen Städte Mitglied von „Bürgermeister für den Frieden“. „Nur die Abschaffung aller Atomwaffen bewahrt uns vor der Gefahr, dass sie in einem Konflikt wieder eingesetzt werden“, sagt Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, der die Flagge der „Mayors for Peace“ am Alten Rathaus hisste. Dort hatte der damalige Rat der Stadt Iserlohn am 18. Juni 1958 folgenden Beschluss gefasst: „Der Rat der Stadt Iserlohn beschließt, keinerlei gemeindeeigenen Grund und Boden für die Aufstellung von Atomraketenbasen oder für sonstige Zwecke zur Verfügung zu stellen, die unmittelbar oder mittelbar der atomaren Aufrüstung dienen.“ Eine Gedenktafel am Gebäude, das heute die Stadtbücherei beherbergt, soll dauerhaft an diesen Beschluss erinnern.

Der Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden wird von der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ unterstützt. Er erinnert an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 8. Juli 1996 – zustande gekommen im Auftrag der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Nach diesem verstößt der Einsatz von Atomwaffen – bereits die Androhung des Einsatzes – gegen grundsätzliche Prinzipien des humanitären Völkerrechts.

„In gutem Glauben und mit Dringlichkeit“

Unterstützung erhält die Forderung der Mayors for Peace auch durch den Rat der internationalen Rot-Kreuz- und Halbmond-Bewegung. Sie fordert „in gutem Glauben und mit Dringlichkeit“ Verhandlungen voranzubringen, um ein rechtsverbindliches internationales Verbot von Atomwaffen zu erreichen.

In der Überzeugung, dass Städte keine Angriffsziele sein dürfen und eine Zukunft ohne Atomwaffen der Menschheit neue Perspektiven schafft, treten die Bürgermeister für den Frieden unter der Führung des Bürgermeisters von Hiroshima, Kazumi Matsui, weltweit unter dem Motto „Städte sind keine Zielscheiben“ (Cities Are Not a Target) für die Abschaffung der Atomwaffen und für den Abschluss eines internationalen Verbotsvertrages ein.