Kleines Bürgerhaus wird zum Leben erweckt

Staatsminister a.D. Eckhard Uhlenberg (2.v.r.) übergab die 65.000-Euro-Förderung im

Staatsminister a.D. Eckhard Uhlenberg (2.v.r.) übergab die 65.000-Euro-Förderung im
Namen der NRW-Stiftung an den Verein „Iserlohn denkmal“ für die Restaurierung des „Kleinen Bürgerhauses“. (Foto: Heiko Cordes)

Iserlohn. (hc) Versteckt in der Iserlohner Altstadt gelegen, findet man einen kleinen Schatz: Das „Kleine Bürgerhaus“ am Südengraben 28 wird nach 30 Jahren Dornröschenschlaf wieder zum Leben erweckt.
Und damit das Projekt auch gut aus den Startlöchern kommt, gibt die NRW-Stiftung eine finanzielle Förderung von 65.000 Euro. Zu der feierlichen Übergabe war am Donnerstag, 8. Juni, Staatsminister a.d. Eckhard Uhlenberg gekommen.

In seiner Ansprache lobt er den Mut des Vereins „Iserlohn denkmal“, der mit dem Erwerb des Hauses und der Restaurierung ein große Aufgabe übernommen hat.
„Es gab gute Gründe für die Förderung. Es ist ein verborgenes Schmuckstück der Iserlohner Innenstadt. Es zeigt immer wieder neue Seiten, so wie eine Art Fresko, welches erst kürzlich entdeckt wurde“, erklärte Eckhard Uhlenberg.
Das Fresko, von dem er sprach, ist in der oberen Etage zu finden. Ein blaues Ornament kommt an verschiedenen Stellen zum Vorschein – nachdem man 17 Schichten Tapete und Zeitungspapier abgetragen hat.
Diese neuste Entdeckung soll sich auch bei der Neugestaltung auf der Fassade des Häuschens widerspiegeln.
Mit der Größe von 36 Quadratmetern ist das Haus keine Villa, es war und ist ein „Haus der kleinen Leute“, wie Vereinsvorsitzender Peter Treudt betont. „Man kann sich kaum vorstellen, dass hier einmal Handwerker mit ihren Familien gelebt haben“, sagte Uhlenberg zudem.
Arbeiten haben bereits begonnen
Der Zustand des Hauses soll sich in den kommenden zwei Jahren deutlich verändern. Dafür sollen zahlreiche helfende Hände sorgen, von denen der Verein auch noch weitere sucht. Bereits seit Dienstag, 6. Juni, sind Handwerker im und um das Haus aktiv, um es wieder zum Leben zu erwecken.
Dabei müssen auch die Besonderheiten des Gebäudes berücksichtigt werden. So wie zum Beispiel, dass es sich um ein „Schmarotzerhaus“ handelt. Das bedeutet, dass es auf einem Stück der Stadtmauer errichtet wurde. Diese und noch weitere interessante Details der Geschichte des Hauses sollen auch in den kommenden Tagen und Monaten noch freigelegt werden. „Iserlohn denkmal“ hat dabei in der IGW und Olaf Pestl einen Partner gefunden – wenngleich nicht auf Anhieb.
„Mein Dank geht an die IGW, die aus einem Konkurrenten um dieses Haus zu einem verlässlichen Partner wurde“, sagte Treudt. Und Bürgermeister Dr. Peter-Paul Ahrens ergänzt erklärend: „Olaf Pestl wollte nach seinem Antritt bei der IGW die operative Stadtentwicklung vorantreiben. Daher hat er damals um das Haus mitgeboten. Und deswegen ist er jetzt Kooperationspartner.“
In Zukunft soll das Haus wieder bewohnbar sein – für eine Absolventin oder einen Absolventen eines freiwilligen sozialen Jahres. Als generationenübergreifendes Projekt soll günstiger Wohnraum zu Verfügung stehen.
Im Gegenzug soll der Bewohner „sein Reich“ auch für die Iserlohner Stadtführer öffnen. Außerdem soll im unteren Bereich ein Bildschirm aufgebaut werden, wo Besucher interaktiv die Geschichte des Hauses erfahren.
Und nach dreißig Jahren Stille kehrt das Leben wieder in die vier Wände des Südengrabens 28 ein.