Landtagsabgeordneter für drei Tage

Iserlohn. (th) Willi Berlinski ist 19 Jahre alt, kommt aus Iserlohn und studiert normalerweise Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität in Wuppertal. Doch vom 23. bis 25. Juni hat der Student eine andere Aufgabe: Er vertritt den heimischen Landtagsabgeordneten Michael Scheffler in Düsseldorf beim Jugend-Landtag.

Beim Jugend-Landtag kommen junge Menschen aus ganz NRW zusammen und stellen drei Tage lang den parlamentarischen Alltag nach. In Fraktionssitzungen, Ausschuss-Sitzungen und Plenarsitzungen beschäftigen sie sich mit aktuellen Themen, die sie vorher selbst bestimmen können. Aus einer Liste können sie die Felder wählen, die sie am meisten interessieren.

Aktuelle Themen

Willi Berlinski (l.) vertritt Michael Scheffler im Jugend-Landtag. (Foto: Tim Haacke)
Willi Berlinski (l.) vertritt Michael Scheffler im Jugend-Landtag. (Foto: Tim Haacke)

Willi Berlinski möchte darüber diskutieren, ob Pyrotechnik in Fußballstadien legalisiert werden sollte,  die Studiengebühren wieder eingeführt werden sollten und ob ein verbindlicher Ethik-Unterricht an Schulen eingeführt werden sollte. Die Themen, die am meisten Stimmen bekommen, werden dann nicht nur diskutiert: Die Landtagsjugendlichen liefern am Ende auch Ergebnisse ab, die den zuständigen Politikern vorgelegt werden.

Michael Scheffler erinnert sich beispielsweise noch an die Diskussion um das Nicht-Raucher-Schutzgesetzt. Er wirkte zu dieser Zeit im Ausschuss für Gesundheit mit und auch dort wurde über die Ergebnisse aus dem Jugend-Landtag diskutiert.

Politische Luft schnappen

Seit 2010 sendet Michael Scheffler jedes Jahr einen Jugendlichen nach Düsseldorf und hat bis jetzt ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Projekt gemacht. Jeder Landtagsabgeordnete hat die Möglichkeit, einen Vertreter in den Jugend-Landtag zu schicken. Voraussetzung für die Bewerber ist keine Parteizugehörigkeit, wohl aber ein ausgeprägtes politisches Interesse. Außerdem müssen sie zwischen 16 und 20 Jahre alt sein.

Willi Berlinski hatte sich sofort beworben, als er aus der Zeitung von der Aktion erfuhr, und freut sich nun sehr, dass er ausgewählt wurde. Er ist Mitglied der SPD, ob er allerdings eines Tages hauptberuflich in der Politik landet, steht noch in den Sternen. Ausschließen möchte er es nicht, er arbeitet aber auch nicht darauf hin. Umso besser, dass er demnächst schon einmal „echte politische Luft“ schnappen kann.