Lebensbilder mit Lücken: Marlis Gorki sucht Spuren

Iserlohn. (clau) „Stadtgeschichte in Lebensbildern“ heißt die Wochenkurier-Reihe, die im vergangenen Jahr Biografien von Menschen veröffentlichte, die für Iserlohn bedeutsam waren. Der Stoff dazu stammt aus der Feder von Marlis Gorki. Sie hat die Texte anhand verschiedener Quellen erarbeitet. Für den Wochenkurier müssen sie oft stark gekürzt werden.
„Ich werde häufig von Menschen auf die Wochenkurier-Reihe angesprochen“, sagt sie. „Viele schneiden die Lebensbilder aus und sammeln sie. Manche möchten gern die ungekürzte Fassung bekommen. Andere können noch etwas ergänzen.“
Aus Bayern hat eine Enkelin des Malers Osterholt seine Werkliste geschickt. Eine langjährige Mitarbeiterin der Buchhändlerin Käthe Bischoff konnte aus dem Alltag des Geschäfts berichten.
Bevor nun bald die nächsten, schon fertigen Lebensbilder monatlich erscheinen werden, bittet Marlis Gorki um Mithilfe bei fünf weiteren Biografien, die sie in Arbeit hat. Ein gewisses Fundament ist jeweils schon vorhanden. Aber sie hofft auf noch mehr Informationen oder schlicht auf „Fleisch an den Knochen“.
Die „alte Frau im Schlaa“
Bis ins 20. Jahrhundert hinein machte die „alte Frau im Schlaa“ in Kesbern von sich reden. Sie galt als kundige Kräuterfrau, als Heilerin. Etliche Menschen mit Gelenkproblemen vertrauten auf ihre Kunst und fanden offenbar bei der „Einrenkerin“ Linderung ihrer Beschwerden. Wer weiß etwas über diese Frau und ihr Leben?
Elly Benninghoff
Zu den im Stillen engagierten Menschen gehörte Elly Benninghoff. Sie war Hausmeisterin im Gemeindehaus an der Wiemer und wirkte dort über Jahrzehnte als guter Geist, als Seele des Hauses. Sie starb schließlich hochbetagt. Wer weiß noch etwas über sie und ihr segensreiches Wirken? Gibt es Fotos, Erinnerungen, Anekdoten?
Käthe Hyprath
Die Lebensdaten der Iserlohner Kirchenmusikerin Käthe Hyprath sind aus dem Kirchenarchiv bekannt. Viel mehr gibt es dort leider nicht. Sie lebte offenbar in ihrer Jugend in Iserlohn und hatte später zumindest ihren Schaffensschwerpunkt in Hagen. Wer weiß Näheres zu dieser Musikerin, ihrem Leben und ihrer Arbeit?
Die Müsses
Sie sind einerseits bekannt wie die sprichwörtlichen „bunten Hunde“: Paul Müsse und sein Sohn Hans. Sie führten in Iserlohn ein Fotogeschäft. Das Stadtarchiv hütet einen Schatz an Müsse-Fotos mit Iserlohner Motiven, die immer wieder veröffentlicht werden. Der Name ist den Iserlohnern bis in die Gegenwart geläufig. Aber wer weiß schon, dass Hans Müsse später so in Not geriet, dass er mit seinen Fotos regelrecht hausieren ging? Marlis Gorki wüsste gern noch viel mehr über die beiden.
Carl Kraussoldt
In seinem Buch „Plaudereien aus Alt-Iserlohn“ hat Carl Kraussoldt einen wahren Erinnerungsschatz über das einstige Alltagsleben in Iserlohn hinterlassen. Sein Name als Autor ist ein Begriff. Und doch: Über ihn selbst und sein Leben sucht Marlis Gorki noch mehr Material.
Sie ist erreichbar unter Tel. 02371 / 32365. Tipps zu weiteren lohnenswerten Biografien sind ihr ebenfalls immer willkommen unter der Voraussetzung, dass die Person in Iserlohn etwas bewirkt oder angestoßen hat, das Spuren hinterließ, und dass sie aber auch schon seit längerer Zeit verstorben ist.