Letmathe. (hc) „Obwohl ich Letmather bin, habe ich auch zuerst gedacht, dass es sich bei dem Namen ‚Letnetti Platz‘ um einen Fantasienamen handelt. Schön, dass auch Politiker nicht alles wissen.“

Mit diesen Worten, nicht ganz ohne Selbstironie, eröffnete der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Iserlohn, Thorsten Schick, am vergangenen Dienstag, 27. Februar, den Letnetti Platz in Letmathe. Damit hat ein Herzstück der Stadtspange-Ost nun einen „neuen“ und beim ersten Hören ungewöhnlichen Namen.

Doch dank der Ausführungen von Dr. Norbert Hesse vom Heimatverein Letmathe waren die rund 40 erschienen Personen für die feierliche Enthüllung des Platz-Namens schon bald schlauer. Das Grundstück auf dem der Letnetti-Platz nun zu finden ist, in unmittelbarer Nähe zur Lenne, gehörte früher zum Haus Letmathe.

Die Flurunterteilung – oder wie es früher hieß: Sektionen – er­gab, dass es sich im Grenzgebiet der Sektionen Heek und Werth befand. Da sich kleinere Gemeinden keine Stadtmauern leisten konnten, wurden Hecken gepflanzt, damit Feinde nicht unkontrolliert in das Dorf eindringen konnten.

Werth dagegen ist eine Erhöhung, die von Wasser umspült wird. Das Wort stammt schon aus dem Indo-Germanischen.

Der Name Letnetti geht aber auf die erste Erwähnung 1.036 zurück. Der Abt Heinrich des Klosters Werden hatte damals dem Grafen von Werl 24 Bauernhöfe übertragen. In den Dokumenten findet sich der Namne „Letnetti“ wieder. Um den Namen zu erklären, muss man ihn zweiteilen.

Der Abschnitt „Let“ bedeutet im Indogermanischen Hangneigung. Der Abschnitt „netti“ beziehungsweise „net“ bedeutet rauschendes Wasser und bezog sich auf Erbsenbach, Flehmebach als auch die verschiedenen Flussbetten der Lenne.

Damit wurde die Topographie zum Namensgeber des Ortes und nun auch für den Platz, der somit Historisches mit neuem Glanz versieht.