Maja in der LWL-Klinik: Viel von Bienen lernen

Die Klinikmitarbeiterinnen Miriam Staelberg und Ingrid Kruppa mit Imker Rainer Peitz am Smoker. Der Rauch stellt die Bienen in der Hemeraner LWL-Klinik ruhig und erleichtert die Arbeit am Bienenvolk. (Foto: Linden)

Hemer. 240.000 Bienen leben in der Hans-Prinzhorn-Klinik. Da müsste es doch überall brummen und summen? Weit gefehlt!

Die Existenz der klinikeigenen Bienenstöcke auf dem Gelände bleibt weitgehend unbemerkt. Hinter dem Neubau der LWL-Klinik, verborgen hinter einer Hecke, werden die fleißigen Tiere von engagierten Klinikbediensteten versorgt.

Angeleitet werden sie dabei von Rainer Peitz, Imker aus Leidenschaft, der die Bienenstöcke der Klinik im vergangenen Frühjahr geschenkt hat. „Mit zwei Völkern haben wir angefangen“, sagt Rainer Peitz. „Jetzt ist der Bestand schon auf sechs Völker angewachsen.“ Das Klinikteam, das er anlernt, werde immer besser und könne die Bienen bestimmt bald schon ohne seine Hilfe versorgen.

Doch bis zum klinikeigenen Honig, von dem der Ärztliche Direktor Dr. Patrick Debbelt schwärmt, ist es noch ein weiter Weg. Erst einmal müssen so viele Bienen wie möglich den Winter überleben und Essensvorräte anlegen. Für das leibliche Wohl der Tiere ist jedenfalls gesorgt. Das macht die Natur ganz alleine, und die Voraussetzungen auf dem Klinikgelände und im angrenzenden Wald sind ideal.

Es gibt keine Monokulturen, und die Klinik-Gärtnerei bewirtschaftet die Flächen so, dass der Bio-Kreislauf ungestört ist.

Die Bienen verbessern die Umwelt auch noch und schaffen Nahrungsgrundlagen für andere Tiere, was wiederum dem Menschen zugute kommt.

Wenn Rainer Peitz und seine Mitstreiter in Imker-Kluft auf dem Gelände unterwegs sind, kommen sie auch immer mit Patienten ins Gespräch. Erstaunlich ist, dass niemand Angst vor den Bienen zu haben scheint. Ganz im Gegenteil: Viele würden am liebsten mit Anpacken. Und das soll in Zukunft auch möglich sein. „Die Arbeit mit Bienen ist eine gute Achtsamkeitsübung“, so Peitz. „Bienen sind extrem achtsam für ihren Organismus und ihr Volk. Außerdem haben Bienen eine große Resilienz, sind also widerstandsfähig. Davon kann man sich einiges abgucken!“

Und wenn dann auch noch „Prinzhorn-Honig“ produziert wird, ist es ein besonderer Genuss für die Nase und den Gaumen.