Prinzhorn-Klinik wird 40

Gespräch mit dem Ärzlichen Direktor

Hans-Prinzhorn-Klinik - Dr. Debbelt
Er ist stolz auf die Hans-Prinzhorn-Klinik, auch darauf, dass es nicht immer nur steil nach oben gegangen ist: der Ärztliche Direktor Dr. Patrick Debbelt, hier im Gespräch mit einem Patienten. (Foto: Linden)

Hemer. Ein Genesungsheim gab es auf dem Gelände schon seit 1914. Eine psychiatrische Betreuung der Patienten begann aber erst durch die Übernahme des Geländes durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Das war 1964. Noch einmal 14 Jahre sollten ins Land ziehen, bis die alten Gebäude verschwanden und Neuem Platz machten. Vor 40 Jahren, das war im Jahr 1978, wurde der Neubau der psychiatrischen Klinik eröffnet und Hans-Prinzhorn-Klinik genannt. Grund genug für ein Gespräch mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Patrick Debbelt.

Hans-Prinzhorn-Klinik - Baustelle aus 70ern
Reichlich Erdbewegungen: Die Baustelle der Hans-Prinzhorn-Klinik in den 70er Jahren. (Foto: LWL)

40 Jahre HPK. Herr Dr. Debbelt, sind Sie stolz auf die Klinik?

Absolut! Und aus vielen Gründen! Ich bin stolz, dass schon vor 40 Jahren eine so schöne Klinik architektonisch sehr vorausschauend gebaut wurde, denn hier können auch heute noch moderne Therapiekonzepte umgesetzt werden.

Ich bin stolz, dass sich die Klinik massiv verändert hat, was die Verweildauer der Patienten angeht. Früher waren Patientinnen und Patienten für Monate oder sogar Jahre hier, jetzt liegt die Verweildauer durchschnittlich bei 25 Tagen.

Außerdem bin ich aus einem ganz persönlichen Grunde stolz, nämlich weil mein Großvater das Gewächshaus gebaut hat. Die Firma Höntsch aus Gelsenkirchen. Aber das habe ich erst erfahren, als ich hier 1997 mein erstes Bewerbungsgespräch als junger Assistenzarzt hatte.

Was ist das Besondere, das Alleinstellungsmerkmal der HPK?

Was die HPK so besonders macht, ist u.a. die enge Verbundenheit mit dem Namensgeber Hans Prinzhorn, also die Verbundenheit mit der Kunst. Das spiegelt sich auch in unserem therapeutischen Angebot wider und in unseren Ausstellungen, zu denen wir einladen.

Außerdem liegen wir in der wunderschönen Natur, mit der das Haus gut harmoniert.
Und wir haben noch, was andere Psychiatrien nicht mehr haben: Eine Gärtnerei, Gewächshäuser, viele Blumen, und die Patienten betätigen sich ja auch dort. Das erzeugt Wohlfühlcharakter. Die Patienten versorgen ja auch die Vögel und die Schildkröten.

Was steht an in der kommenden Zeit?

Der Neubau wird Ende des Jahres eröffnet, dann gibt es noch mehr noch schönere Patientenzimmer. Außerdem wollen wir für ein besseres WLAN sorgen, und die gesamte Elektrik sowie die Notrufsysteme werden ja gerade auch erneuert.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass die Arbeit genauso gut weiter geht wie in den letzten 40 Jahren und dass wir auch beim 80-jährigen Jubiläum genauso gut dastehen wie jetzt.

Das ist doch großartig, wenn man so zufrieden nach vorne und auch zurück schauen kann…

Es gab auch harte Zeiten. Beispielsweise Ende der 90er Jahre, als die HPK in Gefahr war, geschlossen zu werden. Zu viele unserer Patienten hatten damals zu lange Klinik­aufenthalte. Viele erfüllten die Kriterien für Krankenhauspatienten nicht mehr, aus der HPK drohte ein Pflegeheim zu werden. Aber dann wurden viele Patienten enthospitalisiert und die Therapien wurden moderner.

Dafür hat allen voran unser früherer Ärztlicher Direktor Prof. Trenckmann gesorgt. Die HPK hat also keine Erfolgsgeschichte, die immer nur gerade nach oben gegangen ist.
Was ich toll finde: Die Klinik hat es immer geschafft, Probleme konstruktiv zu lösen.