Reich gesegnet

Hemer. „Anfangs wollten viele Krankenhäuser keine Laien in der Klinik. Das hat sich gründlich geändert“, erinnerte Teresa Dönninghaus, Landesbeauftragte der Grünen Damen in Westfalen, an den Beginn der ehrenamtlichen Arbeit in den Krankenhäusern. Sie war zum Jubiläum der Grünen Damen in die Paracelsus-Klinik nach Hemer gekommen.

Seit 30 Jahren kümmern sich die Damen, und mittlerweile auch ein Herr, im grünen Kittel um die Patienten des Krankenhauses. Wie sehr sie heute geschätzt werden, konnten sie an der großen Zahl der Gratulanten sehen: Chefärzte, Pfleger, Verwaltungsmitarbeiter und Pfarrer waren gekommen, um sich für die Arbeit der zehn Ehrenamtlichen zu bedanken. Dabei würde Birgit Lübbe, die Leiterin des Grünen Teams in der Paracelsus-Klinik, nie von Arbeit sprechen: „Wir besuchen die Patienten“, erklärt sie. Das Gespräch steht im Vordergrund. Aber natürlich erledigen die Grünen Damen und der Grüne Herr auch kleinere Besorgungen, schmieren ein Brot und holen den Patienten ein Wasser. Birgit Lübbe beschreibt ihre Besuche so: „Wir haben die Zeit, einmal in der Woche ins Krankenhaus zu gehen und den Patienten einen Gefallen zu tun. Und dabei müssen wir mit schwierigen Krankengeschichten umgehen.“

Da die Grünen Damen zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, können die Patienten ihnen vertrauensvoll ihre Lebens- und Krankengeschichte erzählen. Die Patienten sind meist sehr dankbar. Heinz Döring, der einzige Grüne Herr in der Runde, bekommt häufig zu hören, was für ein Schatz er sei. Und Birgit Lübbe ist bereits an ihrem ersten Tag im Krankenhaus so häufig gesegnet worden, dass sie denkt, das reiche für ihr ganzes Leben. Die Zufriedenheit, geholfen zu haben, sei ihr Lohn, sagen die Ehrenamtlichen.

Diese Hilfe sei im Krankenhaus nicht mehr wegzudenken, betonte Christian von den Driesch, der Verwaltungsdirektor der Paracelsus-Klinik Hemer. Ärzte und Pfleger haben kaum noch Zeit, sich in Ruhe die Ängste und Sorgen der Patienten anzuhören. Das offene Ohr der Grünen Damen sei eine Hilfe, schneller gesund zu werden.