Ruhiges Weihnachtsfest bei der Schützenkönigin

Martina Löschmann, regierende und stets gutgelaunte Schützenkönigin des IBSV, genießt ihre Regentschaft in vollen Zügen. Die Weihnachtstage verbringt sie allerdings traditionell und ruhig mit der Familie. (Foto: Claudia Eckhoff)

Iserlohn. (clau) Sie feiert gerade Silberhochzeit, ist soeben für ein paar Tage mit ihrem Mann Ralf auf die Malediven entrückt, um das Ehe-Jubiläum gebührend zu feiern. Und außerdem hat sie – „Leider!“ – schon Halbzeit als Regentin. Die Rede ist von Iserlohns derzeit regierender Gute-Laune-Schützenkönigin Martina Löschmann.

„Ja, schade, die Hälfte unserer Regentschaft ist schon vorbei“, sagt die fröhlich an der Seite von Schützenkönig Albert – „Ali“ – Robrahn regierende Oestricherin.

Es war bisher eine herrliche Zeit für sie.

Es begann als Majorette

„Eine Verbindung zum IBSV hatte ich schon in ganz jungen Jahren“, sagt die mittlerweile 44-Jährige. „Mit 12 Jahren etwa war ich Majorette beim Waldstädter Fanfarenzug. Und später habe ich meinem Vater während der Schützenfesttage an seinem Altbierstand auf der Alexanderhöhe ausgeholfen. Daher kenne ich sehr, sehr viele aus dem Schützenvolk.“

Gern erinnert sich Martina Löschmann an diese Zeit, als „mich abends immer eine nette Clique zum Auto brachte, damit mir ja nichts passiert“.

Keine halben Sachen

Ehemann Ralf trat 2001 dem Balkenkater-Zug bei. Bald tat sich für die Löschmanns die Frage auf, ob sie nicht dem Hofstaat beitreten wollten. Aber da machte den Eltern zweier Söhne die Ankunft von Nesthäkchen Viviene einen Strich durch die Rechnung. „Und halbe Sachen wollte ich nicht machen“, sagt die dreifache Mutter. „Ich möchte ganz dahinter stehen und etwas zu 100 Prozent bewältigen. Sonst lasse ich es lieber.“

Das kann sie jetzt. Mit Vollgas rauscht sie durch das Schützenjahr. „Seit September hatten wir höchstens zwei private Abende. Die Adventsfeiern reihen sich nur so aneinander“, sagt sie. Die Gastvereine lassen bitten nach Lüdenscheid, nach Hemer und nach Sümmern. „Allein für den 5. Dezember hatten wir drei Einladungen“, berichtet die Schützenkönigin, die alltags für die Deutsche Post im Hagener Lennetal Briefe sortiert. Gern denkt sie an all die großen Feste zurück, die schon hinter ihr liegen: Das Schützenfest selbst, die Feste der Gastvereine, Königsball

Die Chemie stimmt

„Das macht uns alles unglaublich viel Freude“, sagt sie. „Mit meinem König verstehe ich mich bestens, unsere Ehepartner unterstützen uns vorbildlich und auf unseren Hofstaat können wir uns absolut verlassen. Die Stimmung ist immer fantastisch. Wir sind wie eine große Familie.“

Nicht nur „winke-winke“

„Einen Tanzkurs musste ich als Königin nicht extra belegen“, lacht sie. „Schon als Kind hat mich meine Mutter Renate Schulte-Fiesel immer tanzend durch unser Wohnzimmer geschoben. Ich bin auch heute noch kaum von der Tanzfläche zu kriegen.“

Zuhause wird es manchmal eng: „An unseren Kleiderschränken bauschen sich raumgreifend die ‚Mörder-Ballkleider‘. Man kommt kaum noch durch“, schmunzelt die Königin, die gerne repräsentiert. „Trotzdem sind wir bewusst ein volksnahes Königspaar. Wir wollen nicht nur – Näschen hoch – in der Kutsche sitzen und ein bisschen winke-winke machen.“

Das Fuß-Volk weiß das zu schätzen. Ganz besonders Kinder lieben die Königin, die sich für sie niederbeugt und auch in die Knie geht, um auf Augenhöhe zu sein. „Die Kinder sind so ehrfürchtig. Sie fragen, ob sie die Krone mal anfassen dürfen, ob es schwer ist, Königin zu sein oder ob ich bitte mal kurz mit zu ihnen nach Hause komme, weil sie mich ihrer Mama vorstellen wollen“, berichtet Königin Martina.

Dann ist es vorbei

Im Januar steht nun der große IBSV-Neujahrsball bevor als weiteres großes Glanzlicht im Schützenjahr. „Der Spaßfaktor ist bei uns einfach sehr hoch“, freut sich Martina Löschmann auch auf dieses Großereignis.

Ab März wird es dann ruhiger werden. Im Juni kommt noch der Fahnenmarsch, dann das Schützenfest und dann – ist es vorbei für Albert und Martina. „Schade.“

Weihnachten bei Löschmanns

Aber jetzt ist erst einmal Weihnachten bei Familie Löschmann. „Ich muss bei der Post an Heiligabend immer bis zum letzten Augenblick arbeiten. Auch im Zeitalter von Emails verschicken die meisten traditionell ihre Weihnachtspost. Das macht es für mich als Mutter zu Hause stressig“, sagt Martina Löschmann. „Wir feiern am 24. Dezember immer bei uns in Oestrich. Oft kommt noch meine Schwester samt Familie aus England. Meine Mutter Renate Fiesel ist für den Braten zuständig. Ich für den Rest.“ Und Horst Fiesel nimmt die Kinder mit in den Weihnachtsgottesdienst, während die Frauen wirbeln: Fleisch, Rotkohl, Klöße. Ganz traditionell.