Schnarcher in Gefahr

Iserlohn. (clau) „Du schnarchst!“ – Wer das zu hören bekommt, sollte aufmerken und sich dringend mit seinem Schlaf beschäftigen. Denn hinter dem vermeintlich harmlosen Schnarchen lauert eine ernste Gefahr für Gesundheit und Leben.

Schlafapnoe, das krankhafte Schnarchen, führt zu lebensbedrohlichen Atemaussetzern. Der Iserlohner Freddy Klahold weiß seit 16 Jahren, dass er selbst betroffen ist – so wie geschätzte fünf Prozent der Bevölkerung insgesamt. Seit 2007 ist er schon zum zweiten Mal Vorsitzender der heimischen Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstillstand.

„Wenn sie nicht behandelt wird, kann Schlafapnoe schwerwiegende Probleme nach sich ziehen“, sagt er und listet auf: „Diabetes, Depression, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall – und sogar Demenz.“

Freddy Klahold weiß seit 16 Jahren, dass er selbst betroffen ist. Als Vorsitzender der Hagen/Iserlohner „Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstillstand“ lädt er zum ersten Schlafkongress am Samstag, 28. Mai, ein. (Foto: Claudia Eckhoff)
Freddy Klahold weiß seit 16 Jahren, dass er selbst betroffen ist. Als Vorsitzender der Hagen/Iserlohner „Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstillstand“ lädt er zum ersten Schlafkongress am Samstag, 28. Mai, ein. (Foto: Claudia Eckhoff)

Frauen sind genauso betroffen wie Männer. Die unter 50-Jährigen nehmen das Problem oft nicht ernst genug. In der heimischen Selbsthilfegruppe treffen sich etwa sechs Mal im Jahr rund 40 Menschen zum Austausch und zu Vorträgen im Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn. Zur Gruppe gehören mittlerweile knapp 100 Betroffene aus Hagen und Iserlohn.Zwei Drittel von ihnen sind zwischen 50 und 70 Jahren alt.

Sie kommen zusammen, um ihr eigenes Leben zu schützen, indem sie etwa einen im Schlaf drohenden Herzinfarkt verhindern. Sie kommen aber auch zusammen, um das Leben anderer zu schützen, denn wer Nacht für Nacht nicht richtig tief schlafen kann, leidet tagsüber oft unter Müdigkeit und Erschöpfung.

Tragisch: Der so genannte „Sekundenschlaf“ ist Ursache für einen Teil schwerwiegender Verkehrsunfälle.

Unbedingt testen lassen

„Alle Schnarcher sollten unbedingt den Hausarzt aufsuchen“, rät Freddy Klahold. Bei Bedarf schickt der den Patienten weiter zum Lungenfacharzt. In mehreren Nächten im Schlaflabor wird das Schlaf- und Atemverhalten erst untersucht und dann mithilfe verschiedener Geräte reguliert.

„Hinter dem Schnarchen verbirgt sich eine Erschlaffung der Zungenmuskulatur“, so Freddy Klahold. „Die Zunge legt sich hinten auf die Luftröhre – und das Herz bekommt keinen Sauerstoff mehr. Die Atemaussetzer bemerkt der Schläfer selbst allerdings gar nicht.“

Zungentraining hilft bisher nur wenig. Operationen sind das letzte und radikalste Mittel. Aber es gibt andere Hilfen: Eine spezielle Kieferschiene, besondere Nasen- oder Gesichtsmasken und Atemgeräte, an die sich der Schläfer anschließt. „Das ist das umgekehrte Staubsaugerprinzip“, lacht Freddy Klahold. „Das Ding saugt nicht, das bläst eben. – Man gewöhnt sich dran.“ Was sein muss, muss sein: Auf Reisen geht es für die Betroffenen mit einem kleineren, mobilen  Beatmungsgerät.

Schlafkongress in Iserlohn

Über Schlafapnoe und ihre Folgeerkrankungen, über den Sekundenschlaf und die schwere Lungenerkrankung COPD informiert der erste Iserlohner Schlafkongress. Er findet am Samstag, 28. Mai 2016, von 9 bis 16 Uhr im Parktheater Iserlohn statt. Dazu laden die Selbsthilfegruppe Schlafapnoe/Atemstillstand Iserlohn und der Bundesverband Schlafapnoe und Schlafstörungen Deutschland ein.  Diverse Experten-Vorträge geben eine Übersicht über die gesundheitlichen Probleme schlafbezogener Erkrankungen. Angeschlossen ist eine Industrieausstellung. Dort finden die Besucher Anregungen für einen erholsamen Schlaf.

Schirmherr ist Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber sehr willkommen unter E-Mail fk188@t-online.de oder per Fax an 02371 / 23291.