Schwarzer Tag für den Iserlohner Einzelhandel

Iserlohn. (Red.) Es war ein schwarzer Tag für den Iserlohner Einzelhandel. Am Dienstag, 15. Dezember 2015, verweigerte der Rat der Stadt Iserlohn den verkaufsoffenen Sonntag am 8. Mai 2016. Damit bleiben die Geschäfte geschlossen, wenn die Autohändler beim Iserlohner Autosalon zu Benzingesprächen in die Innenstadt bitten.

Nicht einkaufen am Muttertag

Bereits am 27. Oktober 2015 hatte der Rat der Stadt Iserlohn den verkaufsoffenen Sonntag für den 3. Januar und den 8. Mai 2016 nicht genehmigt. Die Begründungen für den 3. Januar, die Mitarbeiter des Einzelhandels nicht zusätzlich belasten zu wollen nach dem Weihnachtsgeschäft. Und für den 8. Mai: Es sei Muttertag, deshalb wolle man das vorwiegend weibliche Personal schützen. Eigentlich lobenswert, sagt man sich beim City-Management. Allerdings sei diese Einstellung mittlerweise recht realitätsfremd.

Betonen möchte Peter Skuthan, Geschäftsführer von Karstadt, dass kein Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin gezwungen werde, an diesen Tagen zu arbeiten. Es verhalte sich eigentlich so, dass aufgrund der überaus attraktiven Bezahlung an diesen Tagen gerne gearbeitet werde.

Der Rat der Stadt Iserlohn düpiert das Iserlohn City-Management, da ist sich der Vorstand sicher. Das Iserlohn City-Management hat für diesen verkaufsoffenen Sonntag am 8. Mai 2016 gekämpft und stichhaltige Begründungen vorgelegt. Gerade der verkaufsoffene Sonntag am ersten oder zweiten Maiwochenende mit der Traditionsveranstaltung „Autosalon“ ist über die Stadtgrenzen hinaus ein Aushängeschild von Iserlohn.

Beim City-Management heißt es: „Der Imageverlust und die extreme Wirtschaftsschädigung durch das Verhalten des Rates der Stadt Iserlohn sind durch nichts aufzufangen. Hier ist die Haltung offensichtlich, wer kauft, der kauft jetzt woanders oder in Hagen oder in Dortmund oder oder “ In 2015 haben 39 Städte im nahen Umkreis und im Ruhrgebiet den Muttertag als verkaufsoffenen Sonntag genutzt. Und zwar sicherlich nicht ohne Grund. Für das Jahr 2016 werden sich diese Städte wieder dafür entscheiden, Autofreunde zieht’s dann nach Lüdenscheid oder gar nach Schwerte zum „Schwerter Autofrühling“.

„Also reine Schadensbegrenzung“

Das City-Managemeint hält fest, dass es selbst den 3. Januar aufgegeben habe und stattdessen einen verkaufsoffenen Sonntag am 6. November in Betracht gezogen hat. Hintergrund: Weil der Rat erst am 15. Dezember entscheiden wollte, hätte der Iserlohner Einzelhandel nicht mehr genügend Zeit gehabt, um einen zauberhaften verkaufsoffenen Sonntag am 3. Januar auf die Beine stellen zu können. „Also reine Schadensbegrenzung“, sagt man beim City-Management.

Der aktuelle Stand ist für das Jahr 2016: Es sind drei verkaufsoffene Sonntage genehmigt, und zwar der 9. Oktober, 6. November und 11. Dezember 2016.