Stadt Iserlohn erwirbt und saniert Weka-Grundstück

Iserlohn. Eine fast unendliche Geschichte nimmt ein Ende: Die Stadt Iserlohn hat das ehemalige Betriebsgelände der Weka Destillation GmbH (Größe 4.231 Quadratmeter) in Sümmern erworben, um es nach Abstimmung mit der Bezirksregierung Arnsberg in Zusammenarbeit mit dem AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung) so schnell wie möglich zu sanieren.

Im Jahr 2009 kam es im Gewerbegebiet Sümmern-Rombrock zu einem Großbrand mit Explosionen, wovon die Firma Weka Destillation GmbH und weitere Betriebe in der Nachbarschaft betroffen waren. Dadurch wurden Lösungsmittel freigesetzt, die auf dem Weka-Gelände gelagert waren. Hinzu kommt eine beträchtliche Belastung des Betriebsgeländes mit PFT (Perfluorierte Tenside). Durch die Erstellung von verschiedenen Gutachten wurde nachgewiesen, dass es aufgrund dieses Ereignisses auf dem Betriebsgelände zu schädlichen Bodenveränderungen und Grundwasserverunreinigungen kam.
Die Bezirksregierung Arnsberg nimmt bis heute Ersatzvornahmen zur Gefahrenabwehr auf dem Betriebsgelände vor. Dabei wird aus Tiefwasserbrunnen, Dränagen, einem offenen oberirdischen Becken und einem unterirdischen Regenwassersammelbecken belastetes Wasser abgepumpt und gereinigt. Diese Maßnahmen dienen derzeit vorrangig dem Entfernen von PFT aus dem belasteten Grund-, Oberflächen- und Drainagewasser.
Das Grundstück stellt seit nunmehr sieben Jahren eine Gefahr für Umwelt und Grundwasser dar. Sowohl die Stadt Iserlohn als auch die Bezirksregierung Arnsberg versuchen seit geraumer Zeit, eine Lösung für die Sanierung des verunreinigten ehemaligen Betriebsgrundstückes der Weka herbeizuführen. Dies gestaltete sehr schwierig, zumal die Eintentümerfirma in die Insolvenz ging. Im Laufe der Verhandlungen wurde jedoch immer deutlicher, dass eine Lösung in absehbarer Zeit nur möglich ist, wenn die Stadt Iserlohn das Grundstück erwirbt und selbst für die Sanierung sorgt. Der Kauf ist nach langwierigen Verhandlungen und nachdem der Insolvenzverwalter das Grundstück aus der Insolvenzmasse frei gegeben hat, nun endlich gelungen.
Der von allen Beteiligten favorisierte Lösungsansatz ist die Sanierung des Grundstücks mit finanzieller Beteiligung des AAV im Rahmen des Flächenrecyclings.
Zwischen der Stadt Iserlohn und dem AAV muss jetzt der übliche Vertrag geschlossen werden, wonach 80 Prozent der Sanierungskosten vom AAV und die restlichen 20 Prozent der Kosten von der Stadt Iserlohn getragen werden. Das Projekt wurde bereits in den Maßnahmenplan des AAV aufgenommen. Über die Dringlichkeit und die Rangfolge der Bearbeitung der beim AAV anstehenden Projekte entscheiden die dortigen Gremien im Frühjahr 2017.
Nach der Sanierung will die Stadt das Gelände wieder verkaufen, damit es weiter gewerblich genutzt werden kann.