Tipps von Bernhard Grizmek

Seit 40 Jahren steht ihr Name für Igelschutz: Ursula Schmenkel hat jetzt den Igelkalender 2011 herausgebracht. (Foto: A. Schneider)

Iserlohn. (as) Igel sind ihr Leben. Und seit seit fast auf den Tag genau 40 Jahren. Wer in Iserlohn und Umgebung von Igelschutz sprich, meint eigentlich Ursula Schmenkel. Sie hat die Igelschutzstation Iserlohn in ihrem Haus gegründet. Zurzeit päppelt sie 25 Igel auf. Dabei steht der Winter noch nicht einmal vor der Tür. Ursula Schmenkel und ihre Helfer arbeiten ehrenamtlich. Sie lassen die kranken, verletzten und abgemagerten Igel ärztlich versorgen, sie füttern und pflegen sie.

Seit knapp zehn Jahren gibt Ursula Schmenkel den Igel-Kalender heraus – ein Kalender mit zauberhaften Fotos der stacheligen Gesellen, aber auch mit wichtigen Informationen rund um die vom Aussterben bedrohten Igel. Die Kalender für 2011 liegen jetzt vor. Mit dem Kauf eines Igelkalenders wird die Arbeit der Igelstation Iserlohn gefördert. Die Kalender gibt es zum Preis von 6,50 Euro beim wochenkurier Iserlohn an der Friedrichstraße 22 und an weiteren 49 Verkaufsstellen in ganz Iserlohn und Hemer.

Was als Versuch, einen Igel zu retten, begann, ist längst zu einem Vollzeit-Job geworden. Morgens um fünf ist für Ursula Schmenkel die Nacht zu Ende. Die Igel müssen versorgt werden. „Das hätte ich mir früher nicht träumen lassen“, sagt Ursula Schmenkel.

Früher, das war vor 40 Jahren. Ein Igel landete im Tierheim. „Niemand wusste, was man machen musste, um einen Igel über den Winter zu bringen“, erinnert sich Ursula Schmenkel. Bekannt war nur, dass ein nachtaktiver Igel eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung benötigt. Die aber konnte nachts im Tierheim nicht gewährleistet werden. Also entschied sich der damalige Leiter des Tierheims, Dr. Lambracht, die Versorgung in die Hände einer ehrenamtlichen Helferin, Ursula Schmenkel, zu legen.

„Ich hatte keine Ahnung von Igeln“, erinnert sich die ehrenamtliche Tierschützerin. Doch sie wusste, dass Bernhard Grzimek in frühen Tiersendungen im Fernsehen immer für den Igelschutz geworben hatte. Also schrieb sie den bekannten Tierarzt und Dokumentarfilmer an. Und sie bekam Antwort. Grzimek gab ihr Tipps, wie sie den kleinen Igel über den Winter bringen konnte. „Der Igel hat überlebt“, erinnert sich Ursula Schmenkel. „Mit einer großen Feier haben wir ihn im Frühjahr wieder ausgesetzt.“

Fortan war Ursula Schmenkel die Igelexpertin Iserlohns. Zighundert Igel haben dank ihrer Pflege überlebt.

Doch die Igel sind bedroht. „Eine Million Igel werden pro Jahr überfahren“, sagt Ursula Schmenkel. „Die doppelte Zahl stirbt allerdings an Umweltgiften.“ Seit 1936 stehen die Igel unter Schutz. Doch was hilft gesetzlicher Schutz, wenn Wälder keine Nahrung mehr bieten und Gifte in Gärten gestreut werden?

„Lassen Sie Gifte aus dem Garten“, appelliert Ursula Schmenkel. Selbst Schneckenkorn stellt für das poussierliche Stacheltier eine große Gefahr dar. „Die Igel fressen zwar nicht das Schneckenkorn, aber die vergifteten Schnecken“, sagt Ursula Schmenkel. Wer Igel im Garten hat, ist ohnehin nicht auf Schneckenkorn angewiesen. „Igel sind die größten Insektenvertilger“, sagt die Igelschützerin.

Wer Igeln helfen will, sollte im eigenen Garten wenigstens ein wenig Laub liegen lassen. Darin finden die Igel ihr Nest für den Winterschlaf.

Über Wasser freut sich jeder Igel – allerdings nicht über das Wasser in einem steil abfallenden Gartenteich.

Im Herbst können Futterstellen für Igel eingerichtet werden. „Allerdings verdeckt“, sagt Ursula Schmenkel. Eine Futterstelle mit einem Schlupfloch in der Größe von neun mal zehn Zentimetern sei ideal – das hält Katzen, aber vor allem Ratten fern. Wer die Igel füttern möchte, hat die große Auswahl. Igel mögen Katzenfutter (auch Trockenfutter), Erdnussbruch, Rosinen. Sie futtern eigentlich alles – gefährlich für Igel sind nur Milch, Gewürze und Schweinefleisch.

Wer unsicher ist oder einen Igel in Not gefunden hat, kann sich tagsüber an Ursula Schmenkel (Telefon 02371/60146), Gisela Mohr (Telefon 02371/460986) oder Sabine Gioia (Telefon 02372/3635) wenden.

Wer sich einfach informieren möchte über Igel und Igelschutz, sollte sich vielleicht für den Kauf eines Igelkalenders entscheiden.