Toller Knollen-Kerl wuchs in Nowaks Fünf-Beete-Garten

Iserlohn. (clau) Bei den Nowaks am Hombrucher Weg ist Anfang Oktober 2011 ein seltsamer Untermieter eingezogen: Der unglaubliche Knollen-Kerl stammt aus dem eigenen Garten. Wie es aussieht, wird der höchst ungewöhnlichen Kartoffel ein Ende im siedenden Wasser erspart bleiben.

Hobbygärtner Klaus Nowak musste selbst staunen: Solche eine ungewöhnliche Knolle hatte er noch nie aus seinem Beet in Bilveringsen gezogen. (Foto: Claudia Eckhoff)

Schön kühl liegt der Kartoffel-Kerl und erfreut seinen Züchter und dessen Frau Monika immer wieder. „Herzförmige Kartoffeln hatte ich schon häufiger im Beet. Aber so etwas habe ich vorher noch nie gesehen,“ sagt Klaus Nowak. Ein Gesicht haben die Nowaks dem Kartoffel-Kerl mit dickem Filzstift aufgemalt. „Eine Nase hatte er schon von Natur aus und sogar links und rechts eine Art von Ohren“, staunt Klaus Nowak über den knolligen Gesellen. „Hier die Ärmchen, da der Bauch, sogar Beine hat er… – so was kann man doch nicht essen!“

Großes Schmunzeln

Die Nowaks stehen auf „Selena“ – festkochend, schön gelb und einfach lecker. Wenn das Grün der Kartoffelpflanze langsam braun wird, geht es allmählich an die Ernte. Dieses Jahr war sie gut. „Viele Kartoffeln waren einfach überdurchschnittlich groß“, sagt Hobbygärtner Nowak. Als er im Oktober schon mal vorsichtig die ersten zwei seiner Kartoffelreihen unter die Lupe nahm, kam der Knollen-Kerl zum Vorschein: „Den habe ich erst einmal überall herumgezeigt und alle mussten über ihn schmunzeln.“

Vielfalt im Beet

Der Iserlohner beackert seit 25 Jahren einen Kleingarten in Bilveringsen. Mindestens die Hälfte der Fläche von 400 Quadratmetern bearbeitet er als Nutzgarten. „Wir ziehen viel Gemüse“, sagt der Gartenfreund. „Salat, Möhren, Erbsen, Bohnen, Mangold, Kartoffeln, Porree, Kohlrabi, Spitzkohl, Zwiebeln – es fehlt fast nichts in meinem Garten.“

Vieles wird sofort verzehrt, mancherlei auch an die zahlreiche Verwandtschaft verschenkt. „Meine Frau hat drei Geschwister. Da verteilt sich das ganz gut“, sagt der Mann mit dem offensichtlich grünen Daumen.

Erlernt hat er die Gärtnerei nicht. Das ist umso erstaunlicher, da Klaus Nowaks Vater Gärtnermeister war. „Aber ich wollte nie in den Beruf. Ich bin Werkzeugmacher geworden und hätte auch nie vermutet, dass es mich eines Tages mal zur Gartenarbeit ziehen würde“, sagt er.

Wie zugeflogen

Durch Zufall kam er an einen Kleingarten. Oft ging es zu Besuch zu einem Bekannten, der eine Parzelle in Bilveringsen hatte. Als genau gegenüber ein Garten frei wurde, mussten die Nowaks nicht lange überlegen.

Die Gärtnerei ist Klaus Nowak ein bisschen wie zugeflogen. Das ein oder andere Buch zieht er wohl gelegentlich zu Rate, um etwas nachzuschlagen, aber im Grunde vertraut er auf seine gärtnerischen Instinkte und seine Überzeugungen.

„Ich arbeite völlig ohne Kunstdünger und Chemie“, sagt er. „Bei mir kommt nur Kompost an die Erde.“

Das Fünf-Beete-Prinzip

Er wendet ein Prinzip an, das schon viele seiner Gartennachbarn übernommen haben. Bei der „Methode Nowak“ wird die Fläche in fünf gleichgroße Beete eingeteilt. Eins davon schachtet der Iserlohner etwa spatentief aus und füllt es nach und nach im Laufe der Saison mit dem, was er im Garten wegschneiden muss. „So habe ich einerseits keinen Grünabfall zu entsorgen und andererseits bereite ich mir gute Erde vor“, erklärt er. „Im November schließe ich das Ganze ab mit der Erde, die ich im Frühjahr ausgehoben habe. Dann ist das Beet rund 50 Zentimeter hoch.“

Rosenkohl wie Tennisbälle

In den nächsten Jahren bepflanzt er dieses hohe Beet mit Kohlrabi, Spitz- und Rosenkohl und Zucchini. „Die kriegen dann ordentlich Wärme von unten und gedeihen prächtig. Mein Rosenkohl ist groß wie ein Tennisball. Da bleiben die Leute staunend am Gartenzaun stehen.“

Nach fünf Jahren ist das hohe Beet dann wieder ganz auf Bodenniveau abgesackt, und es kann von vorne losgehen.

„Bett ist Bett“

Im Sommer tummeln sich die Nowaks viel in ihrem Garten. Abends machen sie es sich im Gartenhäuschen oder vorm Fernseher gemütlich. Aber zum Schlafen kehren sie dann doch immer wieder in ihre Wohnung zurück. „Bett ist Bett“, schmunzelt der 60-Jährige.

Auch im Winter kommen sie regelmäßig in ihren Garten: „Zum Vögelfüttern, zum Kompost-Wegbringen, zum Herumbasteln und Bauen und auch, um mit anderen Gärtnern zu fachsimpeln oder sich hier und da etwas abzugucken.“