UN-Flüchtlingspreis: Hohe Auszeichnung für Altenaer Bürgermeister

Altena. (wh/as) Eleanor Roosevelt hat ihn bekommen, Bundespräsident Richard von Weizsäcker und die Ärzte ohne Grenzen. In die Liste der großen Namen reiht sich nun Dr. Andreas Hollstein, Bürgermeister der eher kleinen Stadt Altena, ein. Er ist Preisträger für Europa des internationalen Nansen-Flüchtlingspreises der Vereinten Nationen und damit einer von weltweit vier Finalisten.

Der CDU-Politiker wird für seinen Einsatz für Flüchtlinge, seine Stadt und die Humanität geehrt, so der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi. „Das Handeln von Dr. Hollstein ist von Solidarität, Humanismus und Entschlossenheit geprägt. Aber auch von einer Verpflichtung gegenüber seiner Stadt: Der Bürgermeister wusste, dass eine gelungene Integration allen nützt. Er hat den Beweis erbracht, dass die Aufnahme und Förderung junger, engagierter Flüchtlinge die Zukunft von Städten und Gemeinden positiv gestalten kann.“

„Ich fühle mich sehr geehrt. Ich nehme die hohe Auszeichnung gerne stellvertretend für alle Menschen in meiner Heimatstadt Altena und in ganz Europa entgegen, die sich für Humanität, Toleranz und Respekt gegenüber geflüchteten Menschen einsetzen und sich so gegen Nationalismus und Rassismus stellen“, sagte der Preisträger.

Trotz der erfolgreichen Integrationspolitik war Hollstein auch Zielscheibe von Hass und Gewalt. Im vergangenen Jahr wurde der Bürgermeister in einem Imbiss von einem Angreifer bedroht und mit einem Messer am Hals verletzt. Ein schreckliches, ein einschneidendes Erlebnis für den Mann, der immer auf Integration gesetzt hat. Doch er macht weiter, möchte dem Hass keine Chance geben.

Der Nansen-Preis des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen wird seit 1954 vergeben und erinnert an den norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen. Der Hauptsieger wird Ende September in Genf bekanntgegeben.