Wo bleibt die Zeit?

Von Claudia Eckhoff

Der Samstag und der Sonntag sind immer willkommen, keine Frage. Diese beiden beliebtesten Wochentage lassen aber viel zu oft schmerzlich auf sich warten, bis sie endlich da sind.

Die anderen Tage haben eher Intercity-Qualitäten. Sie rauschen meist donnernd vorbei.

Montage etwa. Montage sind irgendwie dauernd. Jeder dritte Tag scheint ein Montag zu sein. Sie kommen immer, wenn man sie nicht brauchen kann und schon gar nicht erwartet hätte. Immer ist Montag.

Kaum hat man sich überwunden, die Woche zu beginnen, ist sie aber auch schon halb vorbei. Man merkt es etwa daran, dass die Nachbarn morgens die Mülltonnen rausstellen. Wie? Schon wieder? Ist etwa Mittwoch? War doch vorgestern erst Wochenmitte also. Wie jetzt? Schon? Kann doch nicht wahr sein!

Und dann kommt der Eintopftag. Freitags ist Eintopftag in der Kantine und das war es dann. Die Woche ist weg.

Was ist los mit der Zeit? Wo bleibt sie? Wie kann sie sich so dünne machen? Wieso passt sie mit jedem Hauch Zugluft unter der Tür durch? – Wer weiß Näheres darüber und kann es erklären?

Vielleicht gibt es bald Antworten. Das Landesamt für Information und Technik Nordrhein-Westfalen will die Sache erforschen. Gesucht werden Haushalte, die bereit sind, drei Tage lang Tagebuch zu schreiben. Dann werden wir es statistisch bald Schwarz auf Weiß haben, wer oder was uns die Zeit stiehlt. Sind es die roten Ampeln, die Autobahnbaustellen, die Arztbesuche, die Steuererklärungen, das Rasenmähen, das Ehrenamt, der Hund, die Kinder, die Schwiegermutter, Mutti Merkel und ihre Politik, der TÜV, der Schlaf, die EM-Übertragungen – oder sollte es am Ende gar die Arbeit sein?

Freiwillige vor! Melden Sie sich! Rufen Sie kostenlos an unter Telefon 0800/ 9449-334 oder schicken Sie eine E-Mail an sondererhebung@it.nrw.de. Die Menschheit wird es Ihnen danken. Und eine kleine Aufwandsentschädigung gibt es noch dazu.

Und schon wieder: Schönen Sonntag! Endlich…