Zauberhaftes von den stacheligen Gesellen

Iserlohn. (as) Sie lebt für Igel und mit Igeln. Ursula Schmenkel hat die Igelschutzstation Iserlohn in ihrem Haus gegründet. 18 Igel päppelt sie zurzeit daheim auf. Weitere 76 Igel werden von Helfern gepflegt. Die kranken, verletzten und abgemagerten Igel werden ärztlich versorgt, gefüttert und gepflegt. Um die ehrenamtliche Arbeit mitzufinanzieren, gibt Ursula Schmenkel seit gut zehn Jahren den Igel-Kalender heraus. In diesem Jahr allerdings hat sich die Igelschützerin etwas Besonderes einfallen lassen. Sie hat keinen Jahreskalender aufgelegt. Auf die Igelfreunde wartet stattdessen ein Igel-Geburtstagskalender. Zauberhafte Fotos ihrer stacheligen Gesellen hat Ursula Schmenkel für den Geburtstagskalender ausgewählt. Der Kalender bietet viel Platz, um die Geburtstage der Lieben zu notieren. Und natürlich bietet das Igelschutz-Team wieder reichlich Informationen zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Igel. Die Igel-Geburtstagskalender gibt es zum Preis von sechs Euro beim wochenkurier Iserlohn an der Friedrichstraße 22 und in vielen weiteren, bei Igelfreunden mittlerweile bekannten Verkaufsstellen in ganz Iserlohn und Hemer.

Igel, wohin man auch schaut. Ursula Schmenkel hilft Igeln und sie sammelt Igel. Nun hat sie einen Igel-Geburtstagskalender herausgebracht. Er kann beim wochenkurier in Iserlohn erstanden werden. (Foto: A. Schneider)

Was als Versuch, einen Igel zu retten, begann, ist längst zu einem Vollzeit-Job geworden. Morgens um fünf ist für Ursula Schmenkel die Nacht zu Ende. Die Igel müssen versorgt werden. „Das hätte ich mir früher nicht träumen lassen“, sagt Ursula Schmenkel.

Rund um die Uhr im Einsatz

Früher, das war vor 40 Jahren. Ein Igel landete im Tierheim. „Niemand wusste, was man machen musste, um einen Igel über den Winter zu bringen“, erinnert sich Ursula Schmenkel. Bekannt war nur, dass ein nachtaktiver Igel eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung benötigt. Die aber konnte nachts im Tierheim nicht gewährleistet werden. Also entschied sich der damalige Leiter des Tierheims, Dr. Lambracht, die Versorgung in die Hände einer ehrenamtlichen Helferin, Ursula Schmenkel, zu legen.

„Ich hatte keine Ahnung von Igeln“, erinnert sich die ehrenamtliche Tierschützerin. Doch sie wusste, dass Bernhard Grzimek in frühen Tiersendungen im Fernsehen immer für den Igelschutz geworben hatte. Also schrieb sie den bekannten Tierarzt und Dokumentarfilmer an. Und sie bekam Antwort. Grzimek gab ihr Tipps, wie sie den kleinen Igel über den Winter bringen konnte. „Der Igel hat überlebt“, erinnert sich Ursula Schmenkel. „Mit einer großen Feier haben wir ihn im Frühjahr wieder ausgesetzt.“

Fortan war Ursula Schmenkel die Igelexpertin Iserlohns. Zighundert Igel haben dank ihrer Pflege überlebt.

Bloß kein Schneckenkorn

Doch die Igel sind bedroht. „Eine Million Igel werden pro Jahr überfahren“, sagt Ursula Schmenkel. „Die doppelte Zahl stirbt allerdings an Umweltgiften.“ Seit 1936 stehen die Igel unter Schutz. Doch was hilft gesetzlicher Schutz, wenn Wälder keine Nahrung mehr bieten und Gifte in Gärten gestreut werden?

„Lassen Sie Gifte aus dem Garten“, appelliert Ursula Schmenkel. Selbst Schneckenkorn stellt für das poussierliche Stacheltier eine große Gefahr dar. „Die Igel fressen zwar nicht das Schneckenkorn, aber die vergifteten Schnecken“, sagt Ursula Schmenkel. Wer Igel im Garten hat, ist ohnehin nicht auf Schneckenkorn angewiesen. „Igel sind die größten Insektenvertilger“, sagt die Igelschützerin.

Igelfiguren als Grabbeigabe

Ursula Schmenkel liebt Igel. Und sie sammelt alles rund um den Igel. So hat sie ihr Haus nach und nach in eine Igel-Ausstellungsstätte verwandelt. Zigtausend Igel vom winzigen Plastikpüppchen bis zum stattlichen Stofftier haben bei ihr eine Heimat gefunden. Mehr noch: Ursula Schmenkel beherbergt Raritäten. Einen Berliner Tierschutzkalender aus dem Jahr 1922 mit Igel-Illustrationen beispielsweise oder eine Abbildung des Igels vom Xantener Altar. Dort wird der Igel als Überwinder des Satans dargestellt. Und Ursula Schmenkel weiß viele Geschichten rund um die stacheligen Gesellen zu erzählen. Wussten Sie beispielsweise, dass Igelfiguren bereits im Jahr 1800 vor Christus im alten Ägypten als Grabbeigabe galten?

Igel und Igelschutz sind für Ursula Schmenkel zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden. Wer sich informieren möchte über Igel und die Arbeit der Igelschutzstation, sollte sich vielleicht für den Kauf eines Igel-Geburtstagskalenders entscheiden.