Ärger um Friedhofspläne: Zeit für Bürgerversammlung

Wandhofen. (NO) Weiter schwelt der Ärger um die Pläne der Verwaltung, den Friedhof Wandhofen samt Trauerhalle zu schließen. Darüber hat auch der Wochenkurier berichtet. Bürgerinnen und Bürger können nun mit Unterschriften gegen die Schließung Stellung beziehen.
Schon beim Weihnachtsmarkt der Wandhofener Schützen bot Dorfgemeinschaftssprecher Dieter Schmikowski die Möglichkeit zum Unterzeichnen und informierte als Sachkundiger Interessierte aus erster Hand über den Beschlussvorschlag und Möglichkeiten, dagegen anzugehen. Unterschriftenlisten liegen zurzeit an der St. Viktor-Apotheke in der Schwerter Innenstadt, im Imbiss Zum Ruhrtal, Hagener Straße 178 und im A+M Haarstudio an der Strangstraße aus.
In Wandhofen setzen sich insbesondere Gabi Weck und etliche andere engagierte Bürgerinnen und Bürger gegen die Schließungspläne ein. Einige ihrer nahen Angehörigen sind auf dem Wandhofener Friedhof bestattet. Verärgert ist auch Helga Werner. Ihr Vater beispielsweise wurde erst im September in einem Urnengrab beigesetzt, das laut Unterlagen bis 2046, also 30 Jahre, Bestand haben soll. Viele weitere Angehörige von Bürgerinnen und Bürger nicht nur aus Wandhofen liegen auf dem örtlichen Friedhof.
„Schlimm ist die Ungewissheit“
„Schlimm vor allem für alte Menschen ist die Ungewissheit“, so Gabi Weck. Genauso schlimm finden es die Betroffenen, von den Schließungsplänen nicht informiert worden zu sein. Etliche Gräber wurden noch in diesem Jahr verkauft. „Die Stadt kann uns doch nicht einfach übergehen“, ärgert sich auch Gabi Wecks Mitstreiter Roland Mark und fragt sich, was denn mit dem Ehrenmal geschehen und wie das Friedhofsgelände zukünftig – freilich nach wohl notwendigen, kostspieligen Exhumierungen und Grabverlegungen – genutzt werden soll. „Plant man etwa ein neues Gewerbegebiet?“, fragt sich Mark und hält alles für möglich.
Alternativen
Dieter Schmikowski, Sprecher der Wandhofener Dorfgemeinschaft, plant indes weitere Schritte contra Friedhofs- und Trauerhallenschließung. „Die Bürger sind verunsichert durch fehlende Informationen, die dringen hätten gegeben werden müssen“, kann der gestandene Sozialdemokrat alter Schule die Verärgerung gut nachvollziehen. Schmikowski hat aber auch Vorschläge parat: „Gegen eine sinnvolle Verkleinerung von Friedhofsflächen, die noch nie für eine Bestattung genutzt wurden, wäre nichts einzuwenden, wenn der Friedhof weiter für Bestattungen geöffnet bleibt. Es wäre weiterhin möglich, Überhangsflächen zu nutzen. Möglichkeiten gäbe es genug. Auch die Trauerhalle könnte erhalten bleiben, sie müsste nur einer privaten Trägerschaft zugeführt werden.“ Schmikowski hofft, dass sich demnächst auch die Fraktionen überzeugen lassen, die Schließungspläne nicht zu befürworten.
Antrag zur Bürgerversammlung
Mittlerweile hat sich die SPD-Fraktion mit einem Antrag an Marco Kordt gewandt. Im Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt, dessen Vorsitzender Kordt ist, soll am 17. Januar darüber beraten werden, „eine Bürgerversammlung zur Zukunft des Wandhofener Friedhofs einzuberufen, um die Bürgerinnen und Bürger an der Entscheidungsfindung zu beteiligen.“ In der Begründung des Antrags heißt es: „Bei der Entscheidung über die Zukunft eines Friedhofes handelt es sich um ein sehr sensibles Thema. Die Bürgerinnen und Bürger müssen gut informiert und beteiligt werden. Hierfür ist eine Bürgerversammlung das richtige Instrument.“