„Alte Meister“ in Schwerte

Ergste. (NO)„Heute hat ja schon jede Schülermannschaft einen Trainer, wir früher sind einfach angetreten und dann ging‘s nach vorn. Jeder kannte den anderen. Straßenfußballer waren wir!“ Sagt Heinz Dreßler, der mit seinen Teamkollegen vom SSC Ergste 1912 den A-Jugendkreismeistertitel in der Saison 1956/57 holte. Ein Ereignis, das 58 Jahre zurückliegt – und unvergessen ist.

Vier „alte Meister“ kamen diesmal zusammen, um alte Fußballherrlichkeit neu aufleben zu lassen. Von links: Albert Lueg, Heinz Dreßler, Gerd Schipper und Dieter Niederquell. (Foto: privat)
Vier „alte Meister“ kamen diesmal zusammen, um alte Fußballherrlichkeit neu aufleben zu lassen. Von links: Albert Lueg, Heinz Dreßler, Gerd Schipper und Dieter Niederquell. (Foto: privat)

Jedes Jahr kommen die „alten Meister“ der Jahrgänge 1938 bis 1940 zusammen, um alte Fußballherrlichkeit neu aufleben zu lassen und sich über neue Entwicklungen auszutauschen. Doch haben sich die Reihen im Laufe der Zeit erheblich gelichtet. Diesmal waren von den elf Freunden nur noch vier dabei: Albert Lueg, Gerd Schipper, Dieter Niederquell und natürlich Gastgeber Heinz Dreßler. Dieter König musste krankheitsbedingt absagen (an dieser Stelle herzliche Genesungswünsche!), der Rest des Teams ist bereits verstorben. Und jeder Verlust schmerzt.

Elf Freunde

„Ein verschworenes, ein eingespieltes Team waren wir damals“, erinnert sich Dreßler. „Wir gingen zusammen zur Tanzschule, machten später gemeinsam den Führerschein und natürlich haben wir jahrelang zusammen gepöhlt, jeder wusste, wie der andere tickte, und deshalb lief es auch ohne Trainer!“ Damals gab es noch echten Straßenfußball – inklusive hitziger Fußballbegegnungen wie Oberdorf gegen Unterdorf. Taktische Aufmarschpläne? Brauchte man nicht, denn man kannte den Gegner oft gar nicht so gut, dass Planung Sinn gemacht hätte. So lautete die Devise in der Regel: Immer nach vor, quasi nach englischem Rezept „kick `n‘ rush“.

Ein weiterer Unterschied zu heute: das Auswechseln gab es früher so nicht, höchstens bei Verletzungen. Doch einfach zwei, drei Spieler tauschen, das gehörte nicht zum Spiel.
Die alten Zeiten! Der Krieg war erst ein paar Jahre vorbei, vieles war schwerer als heute, schön war es trotzdem. Die heutige Professionalisierung und Kommerzialisierung im Fußballbetrieb lag noch in weiter Ferne. Spielanalysen am Bildschirm – davon träumte man nicht mal.

Die „60“  voll machen

Wenn sich jetzt die verbliebenen SSC-Kicker der alten Jugendkreismeistermannschaft einmal im Jahr treffen, redet man natürlich gern über die Glanzzeiten des heimischen Straßenfußballs. Fachsimpeln ist angesagt, und auch Frauenfußball ist ein Thema. Man ist schließlich nicht von gestern – und möchte schon noch gern am Ball bleiben. In zwei Jahren soll das 60. Treffen stattfinden. Das ist schon eine Hausnummer für die alten Meister von damals. „Hoffentlich bleiben wir noch ein Weilchen zusammen“, sagt Heinz Dreßler.