Arbeiten für den Friedhof: 31 Wandhofener haben Liste unterzeichnet

Flankiert von den Schützen Frank Kayser (2.) und Frank Winter

Flankiert von den Schützen Frank Kayser (2.) und Frank Winter, informierte Dorfsprecher Dieter Schmikowski über die Möglichkeit, das „Blomberger Modell“ für Wandhofen nutzbar zu machen. (Foto: Norbert Fendler)

Wandhofen. (NO) Für ein Dorf ist ein Friedhof identitätsstiftend. Darüber hinaus steht ein Friedhof auch für eine Bindung an den Heimatort. Ein modernes Friedhofskonzept sollte auf eine Verkleinerung und Modernisierung durch Begräbnisformen der Zukunft, wie eine Zunahme an Urnenbestattungen oder den Wunsch nach einem Rasengrab oder Friedbaumbestattung, Rücksicht nehmen. Aber ebenso auf die Traditionen der dorfnahen Beisetzung, damit der „Sozialraum Friedhof“erhalten bleibt.

Bürgerversammlung
Im Hinblick auf den den heiß diskutierten Erhalt des Wandhofener Friedhofs hat Dorf­sprecher Dieter Schmikowski in einer weiteren Bürgerversammlung am Donnerstag in der Gaststätte „Zum Haseneck“ das so genannte „Blomberger Modell“ vorgestellt, nach dessen Vorbild möglicherweise auch der Wandhofener Friedhof durch Einsatz engagierter Bürger weiterbetrieben werden könnte. Das Interesse an der Bürgerversammlung war diesmal allerdings geringer als beim letzten Mal, als der Saal nahezu aus den Nähten platzte. Diesmal waren die Reihen nur halb gefüllt.
Blomberg als Vorbild
Blomberg liegt in NRW und rund 79 Kilometer südwestlich von Hannover. Dort funktioniert das Modell, das Schmikowski den Wandhofener als Vorbild präsentierte, offenbar recht gut.
In den Verträgen zwischen Stadt und Dorfgemeinschaft sind nicht nur die Pflegeaufgaben auf dem Friedhofsgelände geregelt – Rasen mähen, Wege freihalten etc. Außerdem ist dort festgehalten, dass die Einwohner bei ihren Arbeitseinsätzen über die Unfallkasse des Landes NRW versichert sind, da sie sich ehrenamtlich engagieren.
Gemäß des „Blomberger Modells“ soll auch die Stadt Schwerte für die Erstausstattung Geräten wie Rasenmäher, Heckenscheren und Schubkarren bereitstellen. In Blomberg ist die Dorfgemeinschaft berechtigt, für die Nutzung der dortigen Kapelle ein Entgelt zu erheben. Was allerdings mit der Trauerhalle geschehen soll, ist noch nicht geklärt.
Vertrag wird angestrebt
„Gemeinschaft zur Erhaltung des Friedhofs Wandhofen“ soll der Kreis engagierter Bürger ab sofort heißen. Mit der Stadt Schwerte wird ein Vertrag angestrebt. Da jedoch die Gemeinschaft kein eingetragener Verein und somit keine juristische Person ist, kann die Unterzeichnung von Wandhofener Seite nur durch eine Privatperson erfolgen. Diese wird dann wohl der Dorfsprecher sein.
Dieter Schmikowski. „Ich glaube, dass eine Nutzungsvereinbarung für den Wand­hofener Friedhof zwischen uns und der Stadt eine gute Lösung für alle Beteiligten darstellt.“ Funktionieren kann die Übernahme der Friedhofspflege allerdings nur, wenn sich genügend Bürger dieser Aufgabe gewachsen sehen.
Am Donnerstag haben sich 31 Wandhofenerinnen und Wandhofener in die Liste derer eingetragen, die für den Erhalt des Friedhofs die Ärmel hochkrempeln wollen.